JUNGLINSTER/LUXEMBURG
LJ

Gestern jährte sich das Massaker von Sonnenburg zum 75. Mal - Gedenkfeier in Junglinster

Es war das größte Einzelverbrechen, das während des zweiten Weltkriegs von deutschen SS- und Gestapokräften an Luxemburgern begangen wurde: Das Massaker im Zuchthaus von Sonnenburg (heute Slonsk). Dort wurden in der Nacht vom 30. auf den 31. Januar 1945 - etwas mehr als drei Monate vor Kriegsende - 819 Gefangene erschossen, darunter 91 luxemburgische Zwangsrekrutierte, die versucht hatten, dem Dienst in der Wehrmacht zu entkommen. Die anderen Opfer kamen mehrheitlich aus Westeuropa, darunter waren auch deutsche Widerständler. Die Gefangenen sollten keine Chance haben, von der vorrückenden Roten Armee befreit zu werden, auf Befehl aus Berlin mussten sie sterben.

Die sowjetischen Truppen erreichten das Zuchthaus am 2. Februar 1945 und konnten etwa 200 Häftlinge befreien. Unter den Leichenbergen im Hof fanden sich noch drei oder vier Überlebende des Massakers.

Erinnerung an ganz junge Opfer

Alljährlich erinnert eine Gedenkveranstaltung an wechselnden Orten daran, dass es sich bei den luxemburgischen Opfern um ganz junge Männer, oft nicht einmal 20 Jahre alt, gehandelt hat, die nicht bereit waren in der Uniform des Besatzers zu kämpfen. In diesem Jahr hatte erstmals das Lyzeum von Junglinster für gestern Morgen zu einem Gedenken eingeladen. Zu den geladenen Gästen zählten unter anderem Regierungsvertreter, Diplomaten, Vertreter des Komitees für die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, Vertreter des Komitees MemoShoah, der Verband der Zwangsrekrutierten und natürlich die Schüler des Lyzeums.