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So funktioniert die automatisierte Gartenpflege

Gartenarbeit ist schön - und so anstrengend. Das Smart Gardening ändert das: Vernetzte und fernsteuerbare Geräte kümmern sich ganz alleine um bestimmte Gartenarbeiten: Mähroboter schneiden den Rasen, und smarte Bewässerung versorgt Pflanzen optimal. Und auch wenn es noch nicht für alle Tätigkeiten technische Helfer gibt und auch nicht jeder Gärtner sich die Arbeit abnehmen lassen möchte - schließlich macht es durchaus Spaß im Garten zu walten und zu gestalten - gibt es immer mehr vernetzte Geräte und automatische Systeme. Diese haben aber noch weitere Vorteile über die einfache Zeitersparnis hinaus. Ein Überblick.

Datenaustausch und Sicherheit | Auch smarte Geräte für den Garten können Gefahren mit sich bringen

Vernetzte Geräte können Fremden Daten preisgeben. Günter Martin, Internetexperte vom Tüv Rheinland, rät, einen Blick auf die Datenschutzerklärung des Herstellers zu werfen: „Was wird mit den Daten gemacht, und wer erhält sie? Am besten im PDF-Dokument oder auf der Website nach folgenden Begriffen suchen: Dritte, Dienstleister, Angebot, Werbung.“

Weniger Bedenken in Sachen Datensicherheit gibt es bei Systemen, die kein WLAN anfragen. Dabei kommunizieren die vernetzten Geräte innerhalb des Gartens über ein Gateway in einem anderen Funkstandard, WLAN wird nur für die Programmierung der smarten Helfer benötigt. Auf diese Weise bleiben die Daten beim Gartenbesitzer.

Ist der WLAN-Empfang im Garten nicht optimal, hat Experte Martin Tipps parat: Bei Routern, die zwei oder mehr Antennen haben, sollte eine senkrecht stehen, die andere um 45 Grad geneigt. Überlappt sich der eingestellte Funkkanal mit dem Funkkanal des Nachbarn, lässt sich in den Einstellungen des Routers ein anderer auswählen. „Wenn das alles nicht ausreicht, lässt sich mit einem WLAN-Repeater die Reichweite erhöhen“, erklärt Martin. Er empfängt wie eine Art Zwischenstation die Signale des Routers und reicht sie dann an den eigentlichen Empfänger weiter.

Lëtzebuerger Journal

Hell und bunt | Automatisierte Beleuchtung

Gartenbeleuchtung per Zeitschaltuhr ist ein alter Hut. Dank Entwicklungen im Bereich der Innenbeleuchtung, wird das Licht aber auch im Garten intelligenter. Wie die Beleuchtung smart wird, ist dabei durchaus unterschiedlich. Neben Beleuchtungssystemen und WLAN-fähigen Lampen gibt es aber auch die Möglichkeit der Sprachsteuerung. Sind die Lampen mit dem heimischen Netzwerk verbunden, können diese per Smartphone oder Tablet einzel oder in Gruppen angesteuert werden. Je nach Lampe kann man auch die Farbe ändern und der Stimmung anpassen. Auch lässt sich per App einstellen, wann und wie die Beleuchtung erstrahlt. So lassen sich fast schon kleine Lichtshows programmieren.

Alles sauber | Reinigungsroboter für den Pool

Wer das Glück hat, einen Pool sein Eigen zu nennen, der weiß auch, dass dessen Reinigung wichtig ist, aber ebenfalls zeitaufwendig sein kann. Hier können Poolroboter helfen. Diese Geräte unterscheiden sich dabei in ihrem Aufbau sowie ihrer Arbeitsweise. So gibt es neben Bodensauger auch Wand- und Bodenreiniger sowie Poolreiniger, die komplett automatisch funktionieren. Letztere müssen weder von Hand in den Pool eingebracht noch eingeschaltet werden. Sie erkennen von selbst, wann eine Reinigung wieder notwendig ist, und fahren dementsprechend aus. Solche Modelle sind jedoch auch teurer als die anderen Typen. Auch für den Teich gibt es ähnliche Roboter.

Lëtzebuerger Journal

Aufwendig aber sinnvoll | Wie ein automatisiertes Bewässerungssystem funktionieren kann

Im Sommer ist es wichtig, seine Pflanzen ausreichend zu gießen. Hierbei helfen automatisierte Bewässerungssysteme. Hierbei werden die Pflanzen je nach Modell und gewählter Einstellung bedarfsgerechter mit Wasser versorgt. Dies ist besonders dann sehr sinnvoll, wenn man keine Zeit hat, täglich zu wässern - morgens sollte dies bis spätestens 9.00 getan sein, am späten Abend kann man aber auch wässern – oder verreist ist.

Für die vollautomatisierte Gartenbewässerung werden beispielsweise unter- oder oberirdisch Schläuche zur Bewässerung ausgelegt und an Computer (Bewässerungssteuerung) angeschlossen. „Um Wasser effizient zu nutzen, darf eine Kombination mit Feuchtigkeitssensoren nicht fehlen“, erklärt Joachim Eichner vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Solche System können zum Teil auch auf Wettervorhersage zugreifen und die Bewässerung noch besser planen. „Dadurch wird verhindert, dass der Rasensprenger unnötig aktiv wird.“ Außerdem gibt es digitale Lösungen, die Daten aus dem Garten wie Temperatur, Helligkeit und Luftfeuchtigkeit bewerten und bei Abweichungen die Bewässerungsanlage an- oder abschalten. Man kann seinen Garten außerdem in Bereiche einteilen und dem System mitteilen was Balkonkästen, Beete, Rasen oder Strauchbereiche sind.

Manche Systeme funktionieren außerdem in Kombination mit einer App, über die man verschieden Informationen wie Bodenfeuchtigkeit, Füllstand von Tonnen oder Brunnen sowie Temperatur angezeigt werden kann. Über die App kann man auch aktiv bestimmen, welcher Teil und wie lange gewässert werden soll. Dazu muss jedoch eine WLAN-Verbindung zwischen der Bewässerungssteuerung und dem heimischen Netzwerk bestehen.

Vor dem Kauf ist es wichtig, sich über die verschiedenen Systeme zu informieren, was diese bieten und welche weiteren Möglichkeiten zum Ausbau der Anlage es gibt. Denn hat man sich erst einmal für ein System entschieden – was bereits eine teure Investition ist – ist ein Umstieg mit einem erneuten und großen Aufwand möglich. Denn das Verlegen der Schläuche und andere Elemente sowie das Programmieren des Systems sind sehr aufwendig.

Begrenzte Helfer | Die Vor- und Nachteile von Mährobotern

Das Rasenmähen gehört für viele zu den nervigsten Arbeiten im Garten und ist darüber hinaus oft auch laut. Da ist ein Mähroboter eine interessante Alternative. Auch ein Mähroboter benötigt Infrastruktur. „Bevor ein Mähroboter seine Arbeit aufnehmen kann, braucht er ein genau begrenztes Feld. Er soll ja nicht die Staudenflächen abmähen“, erklärt Joachim Eichner vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Man muss dem Gerät die zu mähende Fläche mittels Draht direkt am Boden oder besser direkt unter der Erdoberfläche abstecken. An diesen Grenzen orientiert sich der Mähroboter. Das Abstecken kann je nach Hersteller und Modell kompliziert und zeitaufwendig sein. Man sollte sich vor dem Kauf entsprechend gut informieren.

„Mähroboter kürzen die Halme zwar öfter, schneiden aber dafür weniger ab als beim manuellen Rasenschnitt“, erklärt Harald Nonn von der Deutschen Rasengesellschaft. Das erhöht die Narbendichte und die Widerstandskraft der Gräser gegenüber Unkräutern. Wenn man den Roboter oft laufen lässt, hat man außerdem keinen Rasenabfall mehr. Denn das Mähen erfolgt so kurz, dass der Rasen auf der Rasenfläche verbleiben kann. Man „mulcht“ sozusagen den Rasen.

Die smarten Geräte bieten darüber hinaus zum Teil einige interessante Funktionen sowie Spielereien. So können einige Roboter mittels Tablet oder Smartphone genau per GPS getrackt werden. Vom Sofa aus kann der Mäher zur Ladestation geschickt werden, ein Mähvorgang unterbrochen oder fortgesetzt werden. Auch kann man vorab festlegen, wann das Gerät den Rasen mäht. Problemmeldungen, Statusmeldungen und sogar eine Videoübertragungsfunktion sind zum Teil bereits implementiert.

Auch wenn bereits seit einigen Jahren Mähroboter im Handel erhältlich sind, sind diese trotzdem immer noch recht teuer. Außerdem haben sie einige Nachteile. Ist das Gras zu lang, verweigert jeder Roboter-Mäher seinen Dienst. Dinge wie Laub und Stöcke können ebenfalls ein Problem darstellen. Hindernisse, die etwa auch Hundehaufen oder Spielzeug sein können, sollten weggeräumt werden. Ansonsten könnte es sein, dass der Roboter diese überfährt, was diesen verschmutzen kann oder die Rotoren beschädigen könnte. Hinzu kommt, dass Mähroboter bei großen Rasenflächen sowie Flächen mit Mulden und Hängen nur eingeschränkt geeignet sind. Die Geräte können außerdem leicht Opfer von Diebstahl werden.