LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Grevenmacher: Die neue Sporthalle kann

Eine Sporthalle für eine Kleinstadt erfordert in der Regel nicht sonderlich viel architektonisches Geschick: Ein überdimensionierter Schuhkarton, der die Normen der Sportverbände erfüllt, ein paar Nebenräume und fertig ist die „Spielstätte“ - sollte man meinen. Gottseidank ist dieses Konzept aus den quadratisch-praktischen 1970ern mittlerweile überholt. Eines der wunderbaren Beispiele für diese vergleichsweise rücksichtslose Klötzchen-Architektur bietet das Sport- und Kulturzentrum von Grevenmacher. Heute ist weder die Architektur noch die Kombination der beiden Bauaufgaben zeitgemäß. Da die Stadt Grevenmacher schon ihre sonstigen Sportstätten auf das Plateau „op Flohr“ verlegt hat, lag es nahe, dort oben auch eine Sporthalle anzusiedeln. Der Grevenmacher‘ Schöffen- und Gemeinderat hat vor wenigen Wochen einmütig beschlossen, den mittelfristigen „Umzug“ des Sports aus dem Stadtzentrum heraus endgültig anzugehen.

Optisch klein gehalten

Ein vom Architektenbüro „morph4“ und von den beratenden Ingenieurbüros Schröder & Ass. und Goblet Lavandier & Ass. erarbeitetes Vorprojekt musste nun die Aufgabe bewältigen einerseits die Vorgaben der Stadt und die Wünsche der Sportvereine mit einer kostengünstigen Kistenarchitektur zu erfüllen und andererseits diesen Baukörper so zu gestalten und zu positionieren, dass er in der Umgebung des Sportgeländes, insbesondere vom umgebenden Neubaugebiet aus, nicht als mächtiger Bauklotz wahrgenommen wird.

Die Architekten von „morph4“ haben die Aufgabe so gelöst, dass die Halle im rechten Winkel zur markanten Tribüne des Fußballstadions steht und so wird, ohne die Zahl der Parkplätze nennenswert zu reduzieren die Zugangsachse zum Stadion betont und der Weg von den Parkplätzen zur Halle ausgesprochen kurzgehalten. Durch diese Positionierung rückt die Sportanlage auch ein Stück von der nahen Neubausiedlung weg, deren Einwohner durch die Drehung nur auf die Schmalseite der Halle blicken. Der entscheidende Kniff um die Masse der Sporthalle optisch zu Reduzierung ist ihre Eintiefung um ein Stockwerk. Die Spielfläche liegt dadurch auf Kellerniveau.

Das Bauprogramm der Sporthalle beschränkt sich nicht nur auf die, bis zu drei, Spielfelder, die üblichen Umkleide- und Sanitärräume sowie Zuschauerränge, sondern umfasst auch einen großen Ausschank und weitere Räume für die lokalen Vereine.

12,3 Millionen Euro Baukosten

Bei der letztendlichen Verabschiedung des Projekts durch den Gemeinderat entschied man sich für ein Fassungsvermögen von bis zu 1.000 Personen, eine kleine Variante für bis zu 500 Personen hätte nur eine Einsparung von 400.000 Euro erbracht. Die bewilligten Baukosten liegen bei 12,3 Millionen Euro (inkl. MwSt.).

Aus der alten Halle wird ein Kulturzentrum

Wenn alles gut geht kann das neue „Sporthaus“ - so die Bezeichnung der Planer - schon 2016 realisiert werden. Danach wird aus dem bisherigen Sport- und Kulturzentrum ein reines Kulturzentrum, was neben einer Renovierung auch einige Umbauten mit sich bringen wird, der Stadt Grevenmacher aber angemessen sein dürfte.