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Spielekritik: „Persona 4: The Golden“

Eines der letzten PlayStation 2 - Spiele, die weltweit erschienen sind, schafft es nun auf die PlayStation Vita. Dabei ist „Persona 4: The Golden“ mehr als nur eine Umsetzungen für den Handheld. Tatsächlich wurde fast alles aufgebohrt oder zumindest verändert. Meistens zum Guten, wie sich nach einem zehnstündigen Test der amerikanischen Importversion herausstellt.

Komplexe Mischung

Die Persona-Serie bietet eine der bemerkenswertesten Mischungen der Videospielgeschichte. Hier wird das typische japanische Rollenspiel zusätzlich mit einer Art Pokémon-Sammelspiel gekoppelt und mit den Ingredienzien der verschiedenen japanischen Life und Dating-Simulationen, die es so selten in den Westen schaffen, angereichert. Im Klartext heißt das, dass man hier zum einen Schüler in seinem Alltag spielt und Beziehungen aufbaut, während man nebenbei noch in einer Paralleldimension versucht, entführte Personen zu befreien.

Was zunächst unglaublich verwirrend und überkomplex wird, funktioniert tadellos, weil beide Elemente sich gegenseitig perfekt Ergänzen. Dank der sozialen Bindungen können bessere Persona geschaffen werden, womit man in den Kämpfen besser wird. Und wer die Entführten schnell genug befreit, kommt auch in der Handlung weiter. Und es ist die Handlung, die hier am meisten glänzt: Als Stadtmensch kommt der Jugendliche Protagonist bei einer kleinen Familie auf dem Land unter und stößt dabei auf eine unerklärliche Mordserien. Es stellt sich heraus, dass die Opfer vorher in eine Parallelwelt entführt werden. Der Spieler muss zusammen mit den neu gefundenen Freunden in diese Welt, um die darin gefangenen zu befreien. Dabei gibt es ein gewisses Zeitlimit, das zum Glück nicht allzu streng ist. Die Dialoge wirken natürlich und witzig, unter anderem auch, weil gute Sprecher gewählt wurden. Trotzdem wäre es toll gewesen, wenn auch die original japanische Vertonung beim Spiel dabei gewesen wäre. Dennoch brauchen Puristen nicht die Nase zu rümpfen, die Qualität der Sprecher ist erstklassig.

Für unterwegs angepasst

Aber es reicht ja nicht, alles aufzumöbeln und zu erweitern. Wer auf mobile Plattformen rüber springt, der muss sich auch an die verschiedene Spielgewohnheit anpassen. Toll ist, dass selbst wenn die Gruppe im Kampf scheitert, nicht mehr neu gestartet werden muss, sondern auf der gleichen Ebene wieder begonnen werden kann. Positiv fällt ebenfalls auf, dass wesentlich öfter gespeichert werden kann. Auch das schnelle Reisen zwischen den verschiedenen Orten und die Möglichkeit, Zwischensequenzen vorspulen zu lassen sind willkommen, vor allem für all diejenigen, die das Original auf der Konsole schon gezockt haben, und nur wegen den Neuheiten, wozu auch einige Quests und Charaktere, sowie der hübscheren Grafik zurückgekehrt sind. Der Titel lohnt sich damit sowohl für Fans der Serie als auch komplette Neulinge. Die europäische Version erscheint voraussichtlich am 22. Februar (erhältlich für die PlayStation Vita für 40 Euro bei „Le Reservoir“).