Das schwer unter der Schuldenkrise leidende Griechenland ist nach UN-Einschätzung durch immer weiter steigende Flüchtlingszahlen überfordert und braucht dringend Unterstützung. Seit Jahresbeginn seien rund 160.000 Migranten nach Griechenland gekommen, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR gestern in Genf mit.
50.000 Flüchtlinge allein im Juli
Allein im Juli seien es rund 50.000 Menschen gewesen - etwa 7.000 mehr als im gesamten vergangenen Jahr. Wie sehr sich die Lage zuspitzt, macht laut UNHCR die jüngste Zahl zum Flüchtlingsdrama in Griechenland deutlich: An den sieben Tagen vom 8. bis 14. August erreichten 20.843 Flüchtlinge das Land - so viele wie 2014 in sechs Monaten.
„Wir warnen seit Monaten, dass die Flüchtlingskrise in Griechenland immer schlimmer wird“, sagte UNHCR-Sprecher William Spindler. „Die Infrastruktur für Aufnahme, Betreuung und Registrierung auf den griechischen Inseln und auf dem Festland muss dringend gestärkt werden.“
Die UN-Organisation rät der griechischen Regierung, ein Sondergremium zu schaffen, das alle Aktivitäten zur Aufnahme und Unterstützung der Flüchtlinge koordiniert. „Europäische Staaten sollten Griechenland dabei unterstützen“, fordert das UNHCR.
Die meisten der in den vergangenen Wochen nach Griechenland geflohenen Menschen kamen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Fast alle erreichten Griechenland auf dem gefährlichen Seeweg über das Mittelmeer. Auch gestern riss der Zustrom nicht ab.
Hunderte Migranten seien vor und auf den Inseln Kos, Lesbos, Samos, Leros, Kalymnos und Chios aufgegriffen worden, teilte die griechische Küstenwache mit. Auch im Zentrum der Hauptstadt Athen waren gestern Hunderte von Migranten zu sehen.



