LUXEMBURG/ROM
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Flüchtlingspolitik könnte zur großen Herausforderung für Luxemburger EU-Ratsvorsitz werden

Auf Antrag der „déi Lénk“ und in Anwesenheit von Außenminister Jean Asselborn befasste sich gestern der außenpolitische Ausschuss der Abgeordnetenkammer mit den jüngsten Vorfällen im Mittelmeer, wo erneut hunderte Flüchtlinge ertrunken sein könnten. Dabei waren sich alle Abgeordneten einig, dass Luxemburg den Flüchtlingen helfen und seine Beteiligung an der EU-Grenzschutzaktion „Triton“ verstärken müsse.

Jean Asselborn zeigt sich dann auch überzeugt, dass die Flüchtlingspolitik zur großen Herausforderung für den Luxemburger EU-Ratsvorsitz im zweiten Semester dieses Jahres werden könnte, rechnen die italienischen Autoritäten doch mit rund 500.000 weiteren Flüchtlingen aus Afrika in diesem Jahr.

Entsetzen nach Tötung von Christen bei Flucht übers Mittelmeer

Italien ächzt jetzt schon unter dem weiter zunehmenden Ansturm verzweifelter Menschen, die sich auf die lebensgefährliche Überfahrt von Afrika über das Mittelmeer machen. Kommunen und Regionen warnen, keine Flüchtlinge mehr aufnehmen zu können.

Allein in der vergangenen Woche brachten Marine und Küstenwache rund 11.000 Menschen in Sicherheit. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) kamen im gesamten Jahr 2014 etwa 170.000 Bootsflüchtlinge in Italien an, für 2015 werden nach den ersten Monaten ähnliche Zahlen erwartet.

Die italienischen Behörden ermitteln derweil gegen 15 muslimische Migranten, die auf einem Flüchtlingsschiff zwölf Christen über Bord geworfen haben sollen. Aufsehen erregte gestern in Italien zudem ein dreister Fall von Piraterie im Mittelmeer. Ein italienisches Fischerboot wurde vor der Küste Libyens von einer Gruppe Bewaffneter gekapert. Die italienische Marine griff ein und brachte das Schiff schließlich unter ihre Kontrolle. Es war zunächst nicht klar, ob es sich bei den Kaperern um Militärangehörige oder Milizionäre aus Libyen gehandelt hatte.