LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Regierung würde Aufklärungskampagne über das Rauchen auf Terrassen unterstützen

Wer denkt, dass die letzte Schlacht um Rauchverbote geschlagen ist, irrt. Den erklärten Bekämpfern des Rauchens geht es jetzt um die Lufthoheit auf den Terrassen von Cafés, Ausflugslokalen und Restaurants. Kein Wunder, dass sich der Gastronomie-Sektor gegen eventuelle Verbote des „Draußen-Rauchens“ wehren will. Immerhin hat sich die Regierung schon gegen ein allgemeines Rauchverbot auf Terrassen ausgesprochen, doch ist das Thema nicht vom Tisch. Die CSV-Abgeordnete Nancy Kemp-Arendt hat sich nun des Themas „Rauchen auf Terrassen“ angenommen und eine mehrteilige parlamentarische Anfrage an Mittelstandsminister Lex Delles und Gesundheitsminister Etienne Schneider gerichtet. Als Begründung verwies sie auf eine Erklärung von Minister Delles, dass er den Gastronomen bei einer Aufklärungskampagne unter die Arme greifen wolle.

Zunächst wollte Nancy Kemp-Arendt wissen, wie diese Unterstützung für den Horesca-Sektor aussehen könnte und ob Delles Geld für diese Kampagne in die Hand nehmen wolle? Könnte dies sogar die Unterstützung des Gesundheitsministers finden? Wird ein gemeinsames Logo für rauchfreie Terrassen entwickelt? Könne man eine online-Plattform einrichten, um den Gästen die Möglichkeit zu geben, sich vorab über den Rauch-Status einer Terrasse zu informieren?

Keine zusätzliche Internetplattform

In der gemeinsamen Antwort der beiden Minister wird bestätigt, dass die Gastronomiebranche über eine Aufklärungskampagne zum Rauchen auf den Restaurant - und Café-Terrassen nachdenkt. Bei einem der nächsten Zusammentreffen mit Verbandsvertretern des Sektors werde man über das Thema diskutieren. Die Regierung werde gegebenenfalls Unterstützung leisten.

Allerdings sei die Einführung eines entsprechenden Signets - Rauchfreie Terrasse - nicht angedacht. Das traditionelle und international bekannte „Rauchen verboten“- Schild reiche aus. Die Minister halten außerdem eine eigene Rauchfrei-Plattform im Internet für unnötig. Die Informationsmöglichkeiten über Gastronomie- und Hotelbetriebe seien schon vielfältig genug, und würden vielfältig und zahlreich genutzt. Dort könne man, so Lex Delles und Etienne Schneider, auch für rauchfreie Terrassen werben.

Wobei sich die Frage stellt, ob die Ansicht der Minister der Realität entspricht. Die Lebenserfahrung lässt erwarten, dass aufgrund der geänderten Rauch-Gewohnheiten eine rauchfreie Café-Terrasse kein Verkaufsargument sein wird.