CLAUDE KARGER

„Eine politische Botschaft in Kurzform abzusetzen, ist eine Kunst“, schrieb am Samstag der „T“-Leitartikler in etwas mehr als 140 Zeichen. Auf soviel ist bekanntlich dieses Piepsdings begrenzt, mit dem etwa der größte US-Boss aller Zeiten Instant-Chaos auszulösen vermag. Aber: „Wer dennoch seine politische Botschaft in kürzester Form vermitteln will, riskiert Schwarz-Weiß-Malerei, mit dem Ergebnis, in eine politische Ecke gedrückt zu werden“. Wie CSV-Dauerzwitscherer Mosar, der sich durch Retweeten gewagter Kommentare zur Flüchtlingsproblematik einen Ruf als Hardliner eingehandelt habe. Um komplexe Inhalte wie Wahlprogramme zu vermitteln sei die Welt-Voliere jedenfalls ungeeignet, „das Feld werden die Parteien wohl oder übel ihren Solotänzern überlassen müssen“. Auf die Gefahr hin, dass „das Bild, das die einzelnen Parteien bisher kennzeichnete, somit noch weiter an Schärfe verlieren wird“. Ob der Alternativdemokraten-Rekrut Lucien W., die Gast-Fernand-Roy-Truppe schärfer macht, bleibt abzuwarten. Sollte er es in die „Chamber“ packen, müsse er sich jedenfalls erst noch an „andere Umgangsformen gewöhnen“, warnt das „Wort“ schonmal. Und erinnert an den lieben Gruß, den mal ein CSV-Polterer einem linken Newcomer entgegenschleuderte. Der wäre damals fast auf den Allerwertesten gefallen.