CLAUDE KARGER

Wie das „Tageblatt“ gestern interessanterweise erinnerte, ist es gerade ein halbes Jahrhundert her, seit im kalifornischen Monterey die Hippie-Bewegung - „diese hätte es vielleicht nicht ohne LSD gegeben“ - ihren Höhepunkt erreichte. Irgendwie müssen wir immer an diese rauschvolle Zeit denken, wenn wir manche fabeltierhafte Sortimente in Supermärkten sehen: „Einhorn-Bratwurst in pink, Pferdehufgel mit Einhorn-Glitzer, Einhorn-Klopapier mit Zuckerwatte-Duft und sogar Einhorn-Kondome: Die Huftiere mit dem Horn auf der Stirn landen derzeit in unzähligen Einkaufskörben“, stellte gestern etwa die Deusche Presseagentur fest. Aber zum Glück ist der Hype auch bald wieder vorbei. Und was kommt dann? Manche sagen, das Lama stehe hoch im Kurs. Oder vielleicht das Meerschweinchen? Das „Wort“ gab gestern bereits ein Rezept für „Meerschweinchen auf peruanische Art“. Das erschütterte sogar den hausinternen Blätterwaldförster: „Da hoffen wir aber sehr, dass keine tierlieben Kleinkinder das „Luxemburger Wort“ an diesem Freitag zu Gesicht bekommen...“, fürchtet er in seiner Presserevue. Nicht aus der Mode kommen jedenfalls auch nach 200 Jahren die Drahtesel, über deren Reiter das „Land“ am Freitag eine Artenstudie brachte. Die fanden wir köstlicher als Einhornzuckerwatte und „Picante de Cuy“.