ROEDGEN
CATHERINE NOYER

Mario Vandivinit entführt den Besucher in der Artium Galerie auf abstrakte Reisen

Meine Inspiration erhalte ich auf meinen Reisen. Nicht unbedingt in ferne Länder, Luxemburg genügt schon, auch wenn es nur ein kleiner Trip ist“, sagt Mario Vandivinit zu seinen Werken. Der luxemburgische Künstler stellt seine Bilder und Skulpturen noch bis zum 13. September in der Artium Galerie in Roedgen aus.

Er liebt helle, freundliche Farben, die den Bildern einen sommerlichen Ausdruck vermitteln. Die Töne sind sanft - eine Sanftheit, die er durch die Beimischung von Sand in die Acrylfarben erhält, eine Technik, die starke Farben abmildert und der Fläche an einigen Stellen Relief gibt.

Der Aufbau der Werke entsteht aus dem Dunkel heraus. „Ich beginne mit dunklen Farben, meist mit Schwarz, und arbeite mich in die hellen hinein“, erklärt er die Arbeitsweise für seine abstrahierten, lichtdurchfluteten Werke. Die Farben der Landschaft treffen auf das Licht und werden eingefangen in eine Bildkomposition, die trotz ihrer Abstraktion verständlich ist.

Luxemburger Charakterköpfe

Liest man den Lebenslauf des 1951 in Remerschen geborenen Mario Vandivinit, dann versteht man seine Liebe zu Landschaften, selbst wenn er sie heute ungegenständlich umsetzt. 1972 besuchte er die Kunstschule Ecole ABC Paris und wandte sich der Landschaftsmalerei zu, ließ sich von Turner, Baselitz und Nolde inspirieren. Bereits 1990 hatte er sich für die abstrakte Malerei entschieden. Unterstützend für diese Richtung waren für ihn zahlreiche Aufenthalte im Mittelmeerraum und Besuche von Ausstellungen und Ateliers.

Ende der 1980er Jahre suchte er neue Wege der Kunst und begann farbige Skulpturen zu schaffen. „Es war die Geburt der Luxemburger Charakterköpfe, die für mich auch zu einer Art Markenzeichen geworden sind“, sagt der Künstler lachend.

Die runden Köpfe mit Namen wie beispielsweise „Der Strebsame“, „Der Sänger“, „Der Zufriedene“ sind alles andere als traurig, erinnern eher an den Bonvivant schlechthin, den nichts aus der Ruhe bringen kann. Aus Beton sind die Köpfe geformt, ein Material, das schnell verarbeitet werden muss, da es sonst aushärtet.

„Ich habe eine Vorstellung des Kopfes, die aber in der Arbeitsphase wechselt und die ich spontan um-kreieren kann“, informiert der Künstler. Einige Köpfe bleiben grau, andere erhalten Farbtupfer, wie Punkte, Farben der luxemburgischen Flagge oder Fantasiekompositionen, die dem Betrachter ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Mario Vandivinit stellt seit 1988 in Luxemburg, Frankreich, Deutschland und Italien aus. Für seine Arbeiten erhielt er Kunstpreise in Frankreich und Luxemburg.

Bis 13. September, Mario Vandivinit - Painting&Sculpture, Artium Art Galerie, 7, rue Bommert, L-3392 Roedgen, www.artium.lu