MALAGA
INGO ZWANK

Mit LuxairTours auf den Spuren der Nasriden an der „Costa del Sol“ in Malaga

Etwas abseits der Hauptstraße von Malaga steigen einem die verschiedensten Düfte in die Nase. Gewürze, süßlich, gepaart mit der Würze von Schinken - und auch eine Art von salzigem Meeres-Duft. Unsere Reisegruppe scheint wohl richtig - auf dem Weg zum Hauptmarkt Atarazanas im Herzen der Provinzhauptstadt. Historisch und kulinarisch gesehen ist der Ort ein Highlight.

Die malerische Stadt Malaga entpuppt sich als Reiseziel, welches mit LuxairTours leicht gebucht und mit der Fluggesellschaft Luxair gut erreicht werden kann. Hier ein paar Eindrücke vom Bummel durch die Stadt an der Costa del Sol.

Im Blick von Thunfischen und Sardinen

Es ist ein Tempel nicht nur für die Sinne, ein absoluter Besuchermagnet, den man unbedingt gesehen haben muss, wenn man an der „Costa del Sol“, der Sonnenküste im Süden Spaniens, unterwegs ist: Atarazanas, der Hauptmarkt von Malaga.

Kaum haben wir den Markt durch den Haupteingang betreten, schauen uns Thunfische, Krabben, Knurrhähne und die edelsten Fische auf dicken Eisbergen entgegen, um selbst bestaunt und natürlich auch gekauft zu werden. Viele Plattfische liegen allerdings aufgeschnitten auf der Rückenseite, die Bauchseite angeritzt, damit ein Blick ins Innere möglich ist. „Denn die haben ja so kleine Augen, so erkennt man, wie frisch die Fische sind“, erklärt der Verkäufer in gebrochenem Englisch.

„Die Markthalle befindet sich an der gleichen Stelle, an der sich zur maurischen Zeit eine Schiffswerft befand. Daher rührt auch der Name Atarazanas, der ‚Werft‘ bedeute“, erklärt Reiseführer Francesco. „Das Meer reichte zu jener Zeit, also um 1.000 nach Christus, bis weit in die Stadt hinein“, sagt der Spanier. Außer dem Namen erinnere aber nur noch ein Marmoreingang an die Zeit der Nazarí, der Dynastie der Nasriden. Das aktuelle Gebäude entstammt laut den Erklärungen von Francesco den Entwürfen des Architekten Joaquín de Rucoba und wurde zwischen 1876 und 1879 erbaut. Von 2008 bis 2010 wurde es komplett restauriert und empfängt seitdem täglich tausende Besucher in neuem Glanz.

In unmittelbarer Nähe zum Markt in der Fußgängerzone inmitten der Altstadt liegt ein weiteres Touristen-Highlight: „La Manquita“ - „Die Einarmige“. Nein, keine Statue, der im Zorn ein Arm abgeschlagen wurde. Es handelt sich hierbei um die „Santa Iglesia Catedral Basílica de la Encarnación“, die Kathedrale der Provinzhauptstadt. Obwohl die Kathedrale von Malaga einst für zwei Türme entworfen wurde - nämlich mit Nord- und Südturm -, wurde letztendlich nur der Nordturm fertiggestellt. Denn für die Fertigstellung des Südturms reichte irgendwann das Geld nicht mehr. „Ihr Bau begann im Jahre 1528“, sagt Francesco - und sollte insgesamt 254 Jahre dauern. Doch selbst da wurde die Kathedrale nie endgültig fertig. Denn Spanien sei zu jener Zeit in zahlreiche Kolonialkriege verstrickt gewesen und so musste die Kathedrale zurückstecken. Der Nordturm erreicht übrigens eine stattliche Höhe von 84 Metern, den man über schmale Stufen fast komplett erklimmen kann.

Kostenloser Kirchgang? Nicht immer...

Tritt man dann unterhalb der Spitze des Turms ins Freie, erkennt man das wahre Ausmaß des Geldmangels. Nicht nur, dass der „Einarmigen“ ein Turm fehlt. Vor einem präsentiert sich der Kirchenbau ganz ohne Dach. Man sei aber dabei, Konstruktionen zum Schutz des Baus zu realisieren, sagt Francesco. Ist denn dafür Geld da? Francesco lacht und ergänzt: „Nicht nur, dass der Kathedrale ein Turm fehlt. Es gibt noch einen anderen interessanten Punkt, nicht ganz unwichtig für einen Besuch.“ Denn mittlerweile ist es für Besucher offiziell nicht mehr möglich, die Kathedrale während der Messe kostenlos zu besichtigen. Direkt am Kathedraleneingang sitzt entsprechendes Kirchenpersonal. Besucher werden dann nur gegen ein Entgelt ins Kircheninnere gelassen. Um kostenlos hineinzugelangen, muss man daher genau zu Beginn der Messe vor Ort sein. Dann kann man den Angestellten sagen, dass man zur Messe möchte und man wird gratis durchlassen. Kirchendachfinanzierung 2.0? Francesco lacht beim Abstieg, um uns in Richtung einer Tapas-Bars führen, denn nach diesem Kirchgang hoch hinaus ist eine Stärkung willkommen.