MAMER
CORDELIA CHATON

HITEC ist von der Stadt nach Mamer gezogen und hat jetzt Platz für mehr Wachstum

Gelb, jene Farbe, die für Wachheit, Kreativität und Licht steht, schmückt das neue Logo von HITEC. Das Luxemburger Unternehmen, das vor drei Jahren sein 30-jähriges Jubiläum gefeiert hat, hat nämlich nicht nur sein Logo leicht verjüngt, sondern vor allem einen Umzug hinter sich. Wir haben den Geschäftsführer und CEO Yves Elsen in den neuen Räumen des Unternehmens in Mamer besucht.

Herr Elsen, warum sind Sie nach so vielen Jahren von Hollerich hergezogen?

Yves Elsen Der Mietvertrag lief aus und nach 25 Jahren in der Stadt sind wir als Unternehmen auch gewachsen. HITEC beschäftigt heute 49 Mitarbeiter und setzt 7,5 Millionen Euro um. Wir haben vier verschiedene Geschäftsfelder, die sich gut entwickeln. Allein schon aus diesen Gründen brauchten wir mehr Platz und haben mit der Suche rechtzeitig angefangen, nämlich Anfang vergangenen Jahres. So haben wir dieses Gebäude hier gefunden. Es ist eine ehemalige Schreinerei, die viel Platz bietet und dazu noch verkehrsgünstig liegt. Wir sind nur zwölf Fußminuten vom Bahnhof und sechs von der Bushaltestelle entfernt. Wenn Mitarbeiter also wollen, können sie also mit öffentlichen Transportmitteln herkommen.

Am Empfang stehen ein paar Geräte. Erklären Sie uns mehr dazu?

Elsen Unser Unternehmen wurde 1986 in einer Garage in Junglinster von Pierre Hirtt, Nicolas Comes und Marco Trauffler - aus deren Nachnamen der Firmenname abgeleitet ist - gegründet. Dann haben wir verschiedene Geschäftsfelder aufgebaut, das erste Feld war das von Ruß-Messgeräten, wo wir heute weltweit tätig sind. Dazu muss man wissen, dass Ruß Reifenkautschuk beigefügt wird. Wir haben deshalb am Empfang einen Rußtester stehen. Daneben befindet sich das Modell einer Antenne, denn 1999 fingen wir mit Satellitendiensten an, 2001 wurden die ersten sechs Antennen in Betzdorf installiert, wo sie bis heute von SES genutzt werden. Natürlich sind wir heute viel weiter. Daneben steht ein schwarzer Koffer, denn 2012 haben wir einen satellitengebundenen Suchdienst für die Alpen ins Leben gerufen. Bis jetzt stellen wir solche Koffer für emergency.lu her und unterstützen Luxemburger Kräfte bei internationalen Hilfsaktionen. Diese Plattform hilft bei Notfällen, die Kommunikation via Telefon und Internet wieder funktionsfähig zu machen. Es ist ein Public Private Partnership zwischen der Regierung, SES, der Luxembourg Air Rescue und uns, das nach dem Erdbeben von Haiti 2010 ins Leben gerufen wurde.

Aber HITEC macht ja mehr als das.

Elsen Ja, wir sind auch beim Straßeninformationsdienst CITA involviert. Zum Beispiel im Satellitenbereich arbeiten wir auch für ausländische öffentliche sowie privatrechtliche Kunden. Unsere Produktentwicklungen sind mit vier Preisen anerkannt worden, unter anderem vom Industrieverband FEDIL, der EU und der American Society for Testing and Materials. Wir tauschen uns heute intensiv mit der Europäischen Raumfahrtagentur ESA aus. Darüber hinaus sind wir in der Softwareentwicklung und der IKT aktiv.

Sie sind auch Teil des Spaceresources-Netzes?

Elsen Wir sind darin involviert und habenEarthLab Luxembourg SA mit aufgebaut. Momentan sind wir im ESA-Projekt Plato eingebunden, dem Akronym für „PLAnetary Transits and Oscillations of stars“, also einem Weltraumbeobachtungssatelliten. Als Auftragnehmer von OHB arbeiten wir mit an der Produktsicherung des Satellitenmoduls. Das ist ein erster Schritt des Satellitensegments. Wir bauen so intern Kompetenzen auf, da gibt es Möglichkeiten, sich neu aufzustellen.

Sie sind aber nicht nur in Ihrem Unternehmen engagiert, sondern auch in verschiedenen Verwaltungsräten.

Elsen Ja, ich bin Aufsichtsratsvorsitzender bei Villeroy & Boch und Präsident des Präsident des conseil de gouvernance der Universität. Aber meine Hauptaufgabe liegt natürlich als Geschäftsführer und CEO hier in der Firma HITEC Luxembourg S.A..