LUXEMBURG
SIMON LAROSCHE

Gemeinde Luxemburg befürchtet „Giga-Nonnenkrankenhaus“ auf Kirchbergnach bevorstehender Fusion mit Klinik im Bahnhofsviertel

Ob man es mag oder nicht, und die meisten Bürger mögen es nicht, das Wort der katholischen Kirche hat in Luxemburg bei bestimmten gesellschaftlichen Fragen weiterhin ein gewisses Gewicht. Das wird wieder am Beispiel der geplanten Fusion der Zitha-Klinik mit dem Kirchberger Krankenhaus deutlich. Der Schöffenrat der Gemeinde Luxemburg befürchtet nämlich, dass das Bistum sich in Folge einer Fusion mit seinem Wunsch durchsetzen wird, die Zitha-Klinik in eine reine Geriatrie-Anstalt zu verwandeln. Eventuell noch mit einer Maison Moderne. Im Rathaus auf dem Knuedler geht die Besorgnis um, das Bistum plane auf dem Kirchberg ein „Giga-Krankenhaus der Nonnen“ einzurichten, zu Lasten der gängigen Krankenhausdienste in der Zitha-Klinik. Vor Kurzem erst erteilte die Gemeinde der Anstalt in der Nähe der Place de Paris eine Baugenehmigung für eine weitreichende Renovierung. Wie Bürgermeister Xavier Bettel (DP) gestern sagte, hoffe die Stadt-Luxemburg, dass die Zitha-Klinik auch in Zukunft die gängigen Krankenhausdienste anbieten werde. In einem Brief vom 9. Januar an Schwester Brigitte Schneiders, Präsidentin des Zitha-Verwaltungsrates, teilte die Gemeinde ihre Sorge mit, dass die Zitha-Klinik als einzig noch bestehendes „Wohnviertel-Krankenhaus“ verschwinden könnte. Dieser Schritt wäre umso mehr bedauerlicher, da die Zitha-Klinik eine wichtige soziale Rolle in der Hauptstadt einnehmen würde. „Die Verantwortlichen haben uns immer noch nicht über ihre Pläne informiert“, teilte Bettel mit. „In unserem Brief erklären wir den Schwestern und dem Bistum, dass wir darauf bestehen würden, dass ein Spital im Bahnhofviertel bleibt. Sehr gerne würden wir mit am Tisch sitzen, wenn über eine Reorganisation der Zitha-Klinik diskutiert wird. Eine Antwort auf unser Schreiben haben wir noch nicht bekommen.“ Laut dem Bürgermeister würden sich derzeit auch viele Ärzte Sorgen machen, weil sie nicht in die Zukunftsplanungen der Zitha-Klinik mit eingebunden werden.

Pfaffenthal-Lift und Standseilbahn für 2014

Auf Nachfrage hin teilten Xavier Bettel und Transportschöffe François Bausch (déi Gréng) ebenfalls den neusten Stand bei zwei Großprojekten im Pfaffenthal mit. Auf der einen Seite des Tals ist ja ein Lift geplant, der in die Oberstadt hinaufführt, zum Park bei der Fondation Pescatore um genau zu sein. Dieses Projekt musste wegen schlechter Ausführung einer anderen Baufirma anvertraut werden, wobei es natürlich zu einer erheblichen Zeitverzögerung kam. Laut Bausch soll der Lift im Herbst 2014 endgültig betriebsbereit sein. Ähnlich viel Interesse zieht das andere Großprojekt auf der gegenüberliegenden Seite des Tals auf sich. Unterhalb der Roten Brücke soll ja bekanntlich ein neuer Zugbahnhof entstehen mitsamt Standseilbahn, die die Passagiere auf das Kirchberg-Plateau hinaufbefördert. Auch dieses ambitiöse Vorgehen soll 2014 fertig sein.

„Park & Buy“ ab April

Noch fortgeschrittener ist das Projekt, welches es Autofahrern im Zentrum und im Bahnhofsviertel der Hauptstadt erlauben wird, ihr Fahrzeug eine Stunde lang kostenlos zu parken. Dafür werden etwa 40 speziell ausgewiesene Parkplätze zur Verfügung gestellt. Diese Initiative wurde nach Rücksprache mit dem hauptstädtischen Geschäftsverband (UCVL) genommen, nachdem der sich immer wieder beim Bürgermeister beschwert hat, dass es keine kostenlosen Parkplätze für Leute gibt, die zum Beispiel nur mal kurz ein Päckchen abgeben oder abholen wollen. Wie lange diese Gratis-Parkzeit dauern wird und wo genau diese sogenannten „Park & Buy“-Parkplätze sich befinden werden, wird derzeit noch von den zuständigen Diensten definiert