LUXEMBURG
MARCIN WISNIEWSKI

Im Krankheitsfall die richtigen Medikamente zu bekommen ist überlebenswichtig. Umso dramatischer ist es, wenn man gefälschte Medikamente erhält, die nicht oder falsch wirken. Der Kampf gegen gefälschte Medikamente wird auch in Luxemburg geführt. Hierzu Marcin Wisniewski von der „Division Pharmacie et Médicaments“ des Gesundheitsministeriums.

„Gefälschte Medikamente stellen eine echte Gefahr dar. Durch chemische Verunreinigungen, biologische Kontaminanten oder unzureichende Dosierung, kann es zu Beeinträchtigungen des Gesundheitszustands kommen. Dieser Qualitätsmangel kann die Folge einer absichtlich oder versehentlich begangenen Handlung sein. In ihrem jüngsten Bericht, der im November 2017 veröffentlicht wurde, schätzt die Weltgesundheitsorganisation, dass gefälschte oder minderwertige Medikamente für Hunderttausende von Todesfällen verantwortlich sind.

In Luxemburg werden jedes Jahr einige Dutzend Fälle von Arzneimitteln festgestellt, bei denen der Verdacht besteht, dass sie eine Gefahr für die Gesundheit darstellen. Nach eingehender Untersuchung durch die pharmazeutische Aufsichtsbehörde wurden jedoch nur etwa 15 von ihnen als mit Qualitätsmängeln behaftet oder Fälschungen bestätigt. Bei der Mehrzahl der Vorfälle handelt es sich um medikamentenbedingte unerwünschte Effekte, die keine Qualitätsmängel oder Verfälschungen aufweisen.

Gefälschte Medikamente zu erkennen ist sehr schwer. Denn diese sind optisch oft nahezu identisch mit den originalen Arzneimitteln. Trotzdem können auch Verbraucher Fälschungen erkennen. Achten sollte man etwa auf Rechtschreibfehler, Unterschiede zwischen dem Ablaufdatum der Schachtel und der Sichtverpackung sowie inhomogene Farbe oder ungewöhnlicher Geruch des Produkts. In diesen Fällen sollte man etwa die Apotheke, in der man es gekauft hat, aufsuchen und den Verdacht melden.

Jeder Verdacht auf Qualitätsmängel oder Verfälschungen wird von der Arzneimittelaufsichtsbehörde sorgfältig geprüft, um den Verdacht zu bestätigen, seinen Ursprung und seine Ursachen sowie die gesundheitlichen Folgen zu ermitteln. Im Falle einer Fälschung wird das Arzneimittel sofort vom nationalen Markt genommen und die Öffentlichkeit durch Pressemitteilung über die nationalen Medien informiert. Patienten werden gebeten, ihre Ärzte für die therapeutische Nachsorge und ihre Apotheker für die Rücksendung des Produkts zu kontaktieren.

Zwar ist die offizielle Lieferkette für Arzneimittel sicher und verhindert grundsätzlich die Lieferung gefälschter oder minderwertiger Produkte an die Öffentlichkeit. Gefälschte Medikamente finden dennoch ihren Weg nach Luxemburg. Denn sie werden am häufigsten online von Einzelpersonen auf nicht regulierten Internetseiten gekauft. Die verdächtigen Websites sind an der Tatsache erkennbar, dass das offizielle Logo nicht auf deren Internetseite vorhanden ist. Dieses offizielle Logo - es handelt sich um einen Internet-Link - verweist auf die Internetseite des Gesundheitsministeriums und somit auf die Liste der für den Online-Verkauf von Arzneimitteln zugelassenen Apotheken in Luxemburg. Dabei ist erwähnenswert, dass nur rezeptfreie Arzneimittel online bei den von der nationalen Behörde in Luxemburg anerkannten Websites verfügbar sind.“