BERLIN
PATRICK VERSALL

Kyan Bayani komponierte die Musik für Jacques Molitors „Mammejong“

Filmstudios aus dem Großherzogtum müssen ihre Filmmusikaufträge nicht unbedingt an ausländische Komponisten vergeben. Mittlerweile haben die Produktionsfirmen die Qual der Wahl zwischen einer guten Hand voll etablierter luxemburgischer Komponisten und einigen jungen Musikern, die dabei sind, sich ihre ersten Sporen im Filmbusiness zu verdienen. Der Luxemburger Kyan Bayani schrieb mit dem Soundtrack für den luxemburgischen Spielfilm „Mammejong“ seine erste Filmmusik für einen abendfüllenden Spielfilm. Der Luxemburger hatte vorher schon einige Soundtracks für Kurzfilme eingespielt; zurzeit pendelt er zwischen Luxemburg und Berlin. Im März feiert in Berlin eine Tanzproduktion eines rumänischen Choreografen Premiere, für die er die Musik komponiert hat. Davor hatte er die Musik zu einer Tanzaufführung einer koreanischen Choreografin beigesteuert; das Projekt war im Rahmen des Tokiofestivals im Tokio Metropolitan Theatre zu sehen.

Die Musikschule schmiss er im Alter von neun Jahren, später setzte er sich auf eigene Faust mit Musik und Klangkunst auseinander. Bayani hat an der Berliner Universität der Künste studiert. Während seines Studiums befasste sich der Luxemburger mit Klangkunst sowie Klängen und wie man damit arbeitet.

Regisseur Jacques Molitor, ein Bekannter von Bayani, hat den Komponisten irgendwann darauf angesprochen, ob er kein Interesse daran hätte, die Musik für „Mammejong“ zu schreiben. Nachdem der Musiker eingewilligt hatte, setzten sich Molitor und Bayani für Gespräche mit dem Filmproduzenten Bernard Michaux zusammen.

Man habe unter anderem besprochen, welche Art von Geräuschen, welches Timbre und wie viel Melodie zum Film passen würden, erinnert sich der Komponist und Klangkünstler.

Zerstückelte Aufnahmen

Für die Aufnahmen hat der Luxemburger auch mit akustischen Instrumenten wie der Geige, der Gitarre und dem Vibrafon gearbeitet. Mit diesen erreiche man eine gewisse Präzision, die man mit Samples aus dem Rechner so nicht erreichen könne, erklärt Bayani seine Wahl, Musiker aus Fleisch und Blut ins Aufnahmestudio zu holen. Einzelne Aufnahmen wurden anschließend wieder zerstückelt, die Soundsplitter wurden dann wieder für andere Titeln benutzt.

Bei seinem ersten Spielfilmsoundtrack hat der luxemburgische Komponist aufs Bild gearbeitet, das heißt die Musik ist genau auf die Szene abgestimmt. Die Filmmusik solle komplementär zum Film sein, gibt Bayani zu verstehen und ergänzt, dass der Soundtrack die Atmosphäre des Films nicht stören, sondern verstärken solle. Die Musik sage auf ihrer eigenen Ebene etwas aus, eine Ebene, die sich von der Bildebene unterscheide, so die Aussage des Komponisten.

http://kyanbayani.cc/