CLAUDE KARGER

„Gut für Luxemburg: Endlich mal ein Thema, das nichts mit Schwarzgeld oder Steuerhinterziehung zu tun hat“, freute sich gestern das „Tageblatt“ über die Pläne der Regierung für Asteroiden-Molkereien. Naja, es ist ja nicht so, als habe das Großherzogtum nichts anderes zu bieten als benannte Skandale. Aber der Griff nach den Meteoren war in der Tat „ein schlauer Coup“ mit globalem Medienecho des Vizepremiers und Wirtschaftsministers Etienne Schneider: „Ganz unabhängig davon, ob in Zukunft Luxemburger Firmen wirklich Weltraum-Bergbau betreiben werden - die Aktion ist ein Erfolg, ehe sie überhaupt begonnen hat“ und habe wohl bereits mehr zum Image des Landes beigetragen als dieses „Nation Branding“-Dings. Ein neues „Branding“ hat nach dem „Brexit“-Erdbeben auch die Europäische Union bitter nötig, deren Kommissionsboss nun schwer unter Beschuss steht. Der tschechische Außenminister fand nun mal rundheraus, dass JCJ „nicht der richtige Mann an dieser Stelle“ sei und lastete ihm sogar eine Schuld am Briten-Exit an, habe Juncker doch nicht genügend die Werbetrommel für „Bremain“ gerührt. Dabei weiß jeder, dass das Referendum ein innenpolitischer Poker von „(Un)-Lucky Dave“ war, der gewaltig nach hinten losging. Aber erstmal Köpfe fordern statt Lösungen vorlegen... Auch daran krankt die EU.