LUXEMBURG
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Luxemburg zieht immer mehr Weltraumunternehmen an

Der erste Coup, mit der sich Luxemburg auf die Karte der Weltraumnationen brachte war 1985 mit der Gründung der „Société Européenne des Satellites“. Die Initiative, an die viele nicht glaubten, ist mit seinen Astra-Satelliten schnell zur Erfolgsstory geworden. Während langsam ein „Ökosystem“ rund um die SES wuchs und Luxemburg 2005 der Europäischen Weltraumagentur beitrat, kam im Februar 2016 der zweite Coup mit dem Start der SpaceResources.lu-Initiative.

50 Weltraumfirmen und Forschungszentren

Das Großherzogtum beschloss, zunächst 200 Millionen Euro in ein Programm für den Abbau von Ressourcen im Weltraum zu investieren. Mehr noch: Als zweites Land der Welt und erstes in Europa gab es sich schnell einen gesetzlichen Rahmen für die Erforschung und die Verwendung von „Space Resources“. Das hat viel gebracht: internationale Aufmerksamkeit, aber auch zahlreiche Unternehmen, die sich in Luxemburg ansiedeln, um Teil des besagten Ökosystems zu sein.

Laut SpaceResources.lu sind mittlerweile 50 Weltraumfirmen und Forschungszentren in Luxemburg ansässig, mit einer Gesamt-Beschäftigtenzahl von über 800. Die kommerzielle Weltraumforschung generiert hierzulande derzeit bereits mehr als 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, ein Top-Wert in Europa. So verwundert es nicht, dass hier dauernd Tagungen zu Weltraumindustrie stattfinden. Wie die „NewSpace Europe“-Konferenz, die derzeit auf Kirchberg abläuft. Die größte Jahreskonferenz zur wirtschaftlichen Erschließung des Alls versammelt mehrere hundert Experten aus aller Welt und etwa 70 Sprecher zu verschiedenen Fachbereichen. Wir haben mit einigen von ihnen gesprochen.

Luxemburg und UNO ziehen an einem Strang für einen besseren Rahmen für Weltraumrecht

„Space Law for new space actors“

Am Rande der „NewSpace Europe“-Konferenz haben die luxemburgische Kooperationsministerin Paulette Lenert und Simonetta Di Pippo, die Leiterin des Büros für Weltraumangelegenheiten der Vereinten Nationen (UNOOSA) gestern einen Finanzierungsvertrag für das neue UNOOSA-Programm „Space Law for New Space Actors“ unterzeichnet. Luxemburg steuert 500.000 Euro dazu bei. Das Programm soll zur Förderung von Kompetenzen bei UN-Mitgliedern mit Blick auf die Ausarbeitung von verantwortungsbewussten und nachhaltigen nationalen Weltraumgesetzgebungen oder -strategien helfen. Paulette Lenert erklärte bei der Unterzeichnung, dass etwa 40 Prozent der 169 Aktionen im Rahmen der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele nur mit Satellitenunterstützung gelingen können. Das UNOOSA-Programm soll besonders auch Entwicklungsländer dazu befähigen, ihre Akzente im Weltraumrecht zu setzen. „Dieses Projekt konnte nicht besser fallen als zu einer Zeit, in der eine noch nie dagewesene Anzahl von Ländern an Weltraumaktivitäten beteiligt sind und ihr politisches und wirtschaftliches Kapital darin investieren“, sagt Simonetta Di Pippo. So sind über 70 UN-Mitglieder in dem Bereich engagiert. Es sei daher wichtig, dass der normative Rahmen für die Weltraumaktivitäten besser definiert werde und alle Akteure sich daran halten.
Spacebit will Exzellenzzentrum für Weltraumfirmen aufbauen

Ein Beschleuniger für Luxemburg

Spacebit möchte in Luxemburg ein „Accelerator Partnership Programm“ auflegen um die Finanzierung von Weltraumunternehmen in der frühen Stufe zu gewährleisten. Die Firma arbeitet an Data Analytics und Roboterkonzepten für die Weltraumindustrie. Produkte des Unternehmens werden bei der nächsten Mondlandung 2021 abgesetzt. Spacebit hat kürzlich ein Abkommen mit Astrobotic abgeschlossen, um die wissenschaftliche und kommerzielle Erforschung des Mondes zu starten.
Es sind Geschäftsmodelle und Technologien in diesem Bereich, welche das Unternehmen interessieren. Spacebit kündigt die Schaffung eines Exzellenzzentrums für Space Tech-Firmen in Luxemburg an. Das Sechs-Wochen-Fitnessprogramm wird dort ablaufen. Das Zentrum soll das ganze Jahr über als „Hub“ für interessierte und interessante Unternehmen fungieren und Brücken zu Finanzierungsquellen schlagen. „Wir glauben an Luxemburg als Hub für künftige Weltraumaktivitäten und hoffen eine Rolle beim Aufbau und Ausbau dieses Ökosystems spielen zu können“, sagt Spacebit-CEO und -Gründer Pavlo Tanasyuk in einer Pressemitteilung.