LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Diese Woche ist der neue LuxairTours-Katalog da. Grund genug, einen Blick zurück zu werfen auf die abgelaufene Sommersaison. Alberto Kunkel, Executive Vice President Tour Operating & Airline Sales & Marketing, zog für das „Journal“ Bilanz.

Herr Kunkel, welche Ziele liefen gut?

Der Gewinner war sicher Spanien mit 68 Prozent mehr Buchungen bei den Festlandzielen. Da waren wir trotz zwölf Flügen pro Woche an der Grenze. Aber auch die Balearen legten elf Prozent zu und die Kanarischen Inseln 19 Prozent.

Andere Ziele, die gut liefen, waren Korsika mit 19 Prozent mehr Buchungen, Bulgarien 14 Prozent oder die Kapverdischen Inseln mit neun Prozent.

Griechenland blieb gleich, weil es wegen der Flüchtlinge zu einer Zurückhaltung kam. Wer waren die Verlierer?

Ganz klar Ägypten mit 92 Prozent weniger Buchungen, obwohl wir da nur im Januar und Februar Angebote hatten. Auch Marokko nahm um 20 Prozent ab, Tunesien lag bei - 37 Prozent und die Türkei verlor ganze 71 Prozent.

Bedeutet das für LuxairTours einen Verlust oder Gewinn?

Wir hatten insgesamt 28.000 Kunden weniger bei den Zielen, die schlecht liefen, aber 36.520 Kunden mehr bei denen, die gut liefen. Das sind rund vier Prozent Kunden mehr.

Da es jedoch um Länder wie Spanien und Frankreich geht, verdienen wir im Durchschnitt weniger. Dort ist wegen des Preisdrucks die Marge geringer. Das Ergebnis sinkt daher.

Was planen Sie im kommenden Jahr?

Kunkel Zunächst ist unser Katalog gerade fertig, der kommt jetzt in die Reisebüros. Dort werden immer noch 80 Prozent aller Reisen gebucht, daher ist der Katalog sehr wichtig.

Der Katalog ist natürlich schon sehr umfangreich. Andererseits sind wir die einzige Gesellschaft, die alle Produkte in einem Katalog hat.

Das hilft Kunden oft. Darüber hinaus haben wir die Angebote auch alle online. Im Katalog gibt es sowohl neue Ziele wie Alicante, Bari oder Biarritz als auch Ziele, die wir wieder aufnehmen.

Welche Länder werden wieder angeflogen?

Wir haben Hourghada in Ägypten im Programm, das wird auch nachgefragt. Die Kunden wollen auch weiter nach Tunesien. Von 2015 bis 2016 haben wir die Flüge von acht oder neun auf zwei pro Woche reduziert. Die sind dann aber auch voll. Für 2017 planen wir, die Kapazität in Tunesien zu verdoppeln.

Sie haben gesagt, die Türkei hätte stark gelitten. Wegen des Attentats?

Es macht für die Kunden wenig Unterschied, ob dort ein Attentat war oder der Staat eine Politik verfolgt, die sie verunsichert.

Sie wollen einfach einen schönen Urlaub verleben. Deshalb explodieren jetzt Ziele wie Faro in der Algarve. Das ist 2017 eine der beliebtesten Destinationen überhaupt.

Bei Ihnen kostet ein Flug für Geschäftsreisende oft genau so viel wie ein Pauschalreiseangebot. Wird da quer subventioniert?

Nein, das spielt keine Rolle. Wir stehen da in Konkurrenz zu anderen Anbietern. Bei LuxairTours können wir die Preise im Paket anders aushandeln. Wir haben das Glück, Zugriff auf die Angebote aller großen Gruppen zu haben.

Sie haben angekündigt, Sie wollten in der Großregion stark wachsen. Ist Ihnen das gelungen?

In Deutschland, also Rheinland-Pfalz und Saar, lief es sehr gut. Dort verzeichnen wir ein zweistelliges Wachstum. Die deutschen und luxemburgischen Schulferien schließen oft aneinander an. So war beispielsweise der Oktober einer der besten Monate für uns.

Der französische Markt hat allerdings wegen der nordafrikanischen Ziele gelitten. Die französischen Kunden machen die Hälfte unserer Kunden aus. In diesem Jahr sind viele im Land geblieben.

Heimische Destinationen waren überhaupt sehr gefragt. Auch viele Deutsche sind zu Hause geblieben und die belgische Küste war ausgebucht.

Unsere Kundschaft sind aber vor allem Familien, die einen Badeurlaub suchen, sowie in der Vor- und Nachsaison Paare.