LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Regierung, Stadt und Luxtram stellen Produktion der ersten Trambahnzüge vor

Langsam wird die Sache immer konkreter. Auf dem Kirchberg liegen schon die ersten Gleise und am ersten Teilabschnitt der hauptstädtischen Trambahn wird fleißig gebaut. Die Strecke zwischen Roter Brücke und Luxexpo soll spätestens ab dem Dezember 2017 regulär bedient werden. Bald fehlt es nur noch an Zügen.

Die Frage nach dem rollenden Material beantworteten am Mittwoch Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch, Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer und André von der Mark, Generaldirektor von Luxtram bei einer Pressekonferenz im Europa-Hochhaus in Luxemburg-Kirchberg.

Die europäische Ausschreibung für den Wagenpark der Luxtram hatte der renommierte baskisch-spanische Eisenbahn-Hersteller CAF, der weltweit aktiv ist, gewonnen. Im Werk Saragossa ist in diesen Tagen bereits die erste Wagengarnitur fertig geworden. Das vorgesehene Lieferdatum ist Februar 2017. Dann wird der Zug, zerlegt in zwei Teile, per Tieflader das neue Straßenbahndepot am Rand des Kirchbergs erreichen und in die Erprobung gehen. Für den Betrieb des ersten Streckenabschnitts werden acht weitere Züge geliefert. Insgesamt wurden von Luxtram 21 Zuggarnituren in Spanien geordert. Der Einzelpreis pro Garnitur liegt bei 3,5 Millionen Euro.

Besuch beim Tram-Werk - ein Luxtram-Film

Mittlerweile hat auch die Rekrutierung von Personal begonnen, allein für die Stellen der Trambahnfahrer sind 900 Bewerbungen eingegangen.

Platz für 450 Fahrgäste

Die Züge haben eine Kapazität von bis zu 450 Passagieren und verfügen über zwei Fahrstände, die ein Umrangieren beim Fahrtrichtungswechsel überflüssig machen. Minister Bausch und Bürgermeisterin Polfer wiesen darauf hin, dass die Bürger durch das zeitweise ausgestellte 1/1 Modell aktiv an der Gestaltung der Fahrgasträume beteiligt wurden.

Minister Bausch wird im April das Gesetz zur Finanzierung der vorgesehenen Streckenverlängerung von der Messe zum Flughafen Findel im Nordosten und vom Hauptbahnhof bis zum geplanten Fußballstadion im Südwesten der Stadt einbringen.

Bausch setzt darauf, dass das Gesetz zügig verabschiedet wird und die komplette Strecke Findel - Clôche d’Or bis 2021 fertig gestellt wird. Bürgermeisterin Polfer betonte, dass dies angesichts des schnellen Baufortschritts im „Ban de Gasperic“h auch dringend geboten ist.

Wer sich übrigens Sorgen um die Bäume macht, die am Glacis ausgegraben wurden, um den Bau der Trambahnstrecke zu ermöglichen, kann beruhigt sein. André von der Mark zeigte Fotos, die belegten, dass alle umgepflanzten Bäume am neuen Standort prächtig gedeihen.