LUXEMBURG
MARCO MENG

Air France KLM - kein Einstieg bei Luxair

Air France ist bekanntlich derzeit in Turbulenzen: Kommendes Jahr sollen 1.000 Stellen gestrichen werden; weitere Stellenstreichungen im Jahr 2017 könnten vielleicht noch abgewendet werden, meldet die Nachrichtenagentur AFP.

Zahlreiche Strecken werden zudem aus dem Flugplan gestrichen, nicht aber die Flüge von Luxemburg, erklärte gestern Boris Darceaux, General Manager von Air France-KLM für Belgien und Luxemburg. Der Markt dieser beiden Länder erweise sich als stabil, weswegen auch langfristig in diese Märkte investiert werden soll.

Der Manager war eigenen Angaben nach gestern im Großherzogtum, um sich hier mit Kunden zu treffen. Ob Air France-KLM sich mit dem Gedanken trägt, bei Luxair einzusteigen und die Anteile daran, die Lufthansa abstoßen möchte, zu übernehmen? Ein klares Nein. Dazu sei die finanzielle Situation seiner Airline momentan zu angespannt, sagt Darceaux. Bis 2017 will Air France 1,13 Milliarden Euro an Kosten einsparen. Beide Firmen wollen aber nichtsdestotrotz auch investieren. „Das ist auch notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben und um uns gegenüber der starken Konkurrenz zu behaupten“, erklärt Darceaux. Gerade bei roten Zahlen sei es wichtig, in die Kundenzufriedenheit zu investieren. Die Airlines aus Nahost wie auch die Low Cost-Airlines machen derzeit der Branche in Europa kräftig zu schaffen.

Kooperation mit Luxair

Von Luxemburg nach Paris-Charles de Gaulle bietet Air France drei Flüge pro Tag an, die in Kooperation mit Luxair durchgeführt werden. Das „Code Sharing“ wie auch überhaupt die Zusammenarbeit mit Luxair bezeichnet der Manager als sehr gut. KLM bietet aus Luxemburg nach Amsterdam-Schiphol ebenfalls drei Flüge pro Tag an, die von der KLM-Tochter KLM Cityhopper durchführt werden. Für den Winterflugplan 2015-2016 ab 25. Oktober bis zum 26. März 2016 wolle die Air France KLM aber ihre Kapazitäten um 1,50 Prozent im Vergleich zu letztem Winterflugplan ausweiten.

Renovierte Kabinen

Am Ende des Winterflugplans will Air France mit 27 Boeing-Maschinen mit renovierten Kabinen zu 26 Zielen von Los Angeles in Nordamerika bis Tokio in Japan. KLM wird hingegen am 23. November ihren ersten Flug nach Abu Dhabi und Bahrain absolvieren - in die „Höhle des Löwen“, könnte man sagen. Nicht zuletzt deswegen werde KLM ebenfalls die Kabinen ihrer Maschinen renovieren und auch einen WIFI-Zugang während des Fluges anbieten, so Darceaux. KLM Air France hat mit einer Flotte von 546 Flugzeugen letztes Jahr 87,4 Millionen Passagiere befördert - mit bis zu 2.200 Flügen pro Tag. Air France-KLM betreibt darüber hinaus mit seinen Partnern Delta Air Lines und Alitalia das größte transatlantische Joint-Venture mit mehr als 250 täglichen Flügen.

Darceaux hofft auf eine baldige Einigung des Streits bei Air France: Die Angebote lägen auf dem Tisch. Dabei gehe es nicht nur um Gehälter, sondern auch um eine Effizienzsteigerung durch eine bessere Arbeitsstruktur und effektivere Prozesse. Das Wachstum der Branche müsse in Einklang mit Kosten und Kapazitäten gebracht werden. Bei einer positiven Entwicklung seien dann sogar ein bis zwei neue Linien ab und nach Luxemburg denkbar, konkret geplant ist das aber freilich noch nicht.