LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Hinter dem Namen „Mammejongen ASBL“ verbirgt sich mehr, als man denken könnte

Schon mal von der „Mammejongen ASBL“ gehört? Bevor Sie in Gedanken jetzt eine komplett falsche Richtung einschlagen, möchten wir Ihnen diese noch recht junge Vereinigung dann doch lieber etwas genauer vorstellen. Auch wir waren nämlich neugierig, wer und was hinter diesem Namen steckt und haben uns deshalb mit Präsident
Wenceslas Schommer unterhalten.

Wie kam es zur Gründung dieser Vereinigung?

Wenceslas Schommer Anfangs waren wir eine Gruppe von zehn Kollegen, die sich noch aus Schulzeiten beziehungsweise von der Uni her kannten. Da wir ohnehin viel Zeit miteinander verbracht haben, Feste besucht oder uns sonst wo getroffen haben, kam irgendwann die Frage auf, ob wir nicht mehr daraus machen könnten, zum Beispiel eigene Feste organisieren und das Ganze möglicherweise auch noch mit einer Sache für den guten Zweck verbinden. Das war an sich die Grundidee, die dann Form angenommen hat.

Was bieten die „Mammejongen“ also?

Schommer Wir haben erst einmal klein angefangen, mit einem Grillstand bei diversen Festen, Events wie dem „ING Night Marathon“ oder Nationalfeiertag und auch vor dem Cactus. Inzwischen organisieren wir außerdem selbst Veranstaltungen, dies immer verbunden mit der Idee, für den guten Zweck Geld zu sammeln. Unsere Einnahmen spenden wir anderen gemeinnützigen Vereinen. Dieses Jahr stehen drei große Turniere an: Boule, Darts und Fußball.

Es geht demnach eher in die sportliche Richtung?

Schommer Es hat sich in gewisser Weise so ergeben. Den „Charity Cup“ im Fußball haben wir 2018 beispielsweise auf Vorschlag der Vereinigung „Kanner Wonsch“, mit der wir zusammengearbeitet haben, zum ersten Mal organisiert. Wir sind aber auch selbst alle relativ sportbegeistert, und viele von uns sind in einem Fußballverein. Es lag also auf der Hand, dass wir eher diese Richtung einschlagen und nicht etwa im Bereich Nachtleben aktiv werden würden. Mit dem Fußballturnier hatten wir jedenfalls gleich einen immensen Erfolg. Es war demnach klar, dass eine zweite Auflage folgen würde. Auch unser „Pétanque“-Turnier, das wir am 18. Mai in Mondorf organisieren, verspricht ein Erfolg zu werden. Das - genau wie ein Darts-Turnier - wollten wir unbedingt machen, weil es diesbezüglich noch nicht wirklich viel in Luxemburg gibt. Innerhalb einer Woche hatte sich bereits die maximale Zahl an Mannschaften angemeldet. Natürlich kann man auch einfach nur als Zuschauer vorbeikommen. Wir werden einiges an Entertainment bieten und selbstverständlich auch grillen.

Wie ist eigentlich der Name zustandegekommen?

Schommer Nun, es war uns einfach wichtig, einen Namen zu finden, der Wiedererkennungswert hat, den man leicht behält und dann auch gleich mit unserer Sache in Verbindung bringt. Ein bisschen witzig sollte er auch sein, immerhin sind wir ja eine witzige Truppe. Außerdem sind wir ja alle „Mammejongen“, das verbindet uns also.

Folglich gehören dem Verein nur Männer an?

Schommer Die Gründungsmitglieder waren tatsächlich nur Jungs, was auch zum Namen beigetragen hat. Mittlerweile sind wir 13 im Vorstand und dazu gehört nun auch eine Frau. Der Name soll folglich keine Grenzen setzen und hat definitiv keinen sexistischen Hintergrund. Wir fanden ihn einfach lustig.

Werden noch Mitglieder gebraucht?

Schommer Im Vorstand erst einmal nicht, da funktionieren wir jetzt ganz gut. Wir verkaufen aber auch Mitgliedskarten, und da gibt es natürlich keine Grenze. Bei den Turnieren werden immer helfende Hände gebraucht. Mit 13 Leuten wird es da doch etwas eng. Ohne die Hilfe von Freunden wäre es nicht machbar. Letztes Jahr haben am Fußballturnier immerhin allein 150 Spieler teilgenommen, entsprechend hoch war der organisatorische Aufwand. Wir sind dagegen immer auf der Suche nach neuen Sponsoren. Mit unseren Hauptsponsoren, auf die wir das ganze Jahr über zählen können, haben wir großes Glück. Wir haben einen Bäcker, der uns kostenlos mit Brot beliefert, eine Immobilienagentur, die uns finanziell unterstützt, und ein großes Sportgeschäft, das uns Pullover zwecks Weiterverkauf zu einem sehr guten Preis gibt. Jede Unterstützung, die es uns ermöglicht, am Ende noch mehr Geld zu spenden, ist selbstverständlich willkommen.

Die Vereinigung gibt es erst seit 2017, welche Organisationen konnten Sie denn bislang unterstützen?

Schommer Im ersten Jahr haben wir die Vereinigung „Een Häerz fir Kriibskrank Kanner“ mit einem Scheck über 3.000 Euro unterstützt. Gemeinsam haben wir damals beispielsweise einen Jahreskalender herausgegeben. Die Kinder haben ihn gestaltet, und wir haben ihn produziert, verkauft und den Erlös gespendet, zusätzlich zu dem Geld, das wir an unseren Grillständen eingenommen hatten. Im ersten Jahr war es natürlich so, dass wir erst einmal größere Investitionen tätigen mussten, etwa um das ganze Grillzubehör anzuschaffen. Da wir das nun alles haben und nicht mehr so viel ausgeben müssen, können wir mehr für den guten Zweck spenden. 2018 hatten wir uns für die „Kanner Wonsch ASBL“ entschieden, für die wir 10.000 Euro zusammentragen konnten. Wir wählen jedes Jahr eine bestimmte Vereinigung aus, die wir dann unterstützen.

Wie wird denn entschieden, an wen der Scheck jedes Jahr gehen soll?

Schommer „Een Häerz fir Kriibskrank Kanner“ ist nicht ganz so unbekannt, und auf die „Kanner Wonsch ASBL“ sind wir durch eines unserer Mitglieder aufmerksam geworden. Wir haben uns entschieden, Vereinigungen auszuwählen, die im Bereich kranke oder behinderte Kinder in Luxemburg aktiv sind. Wichtig ist uns zudem, kleinen Organisationen zu helfen, die vielleicht noch nicht ganz so bekannt sind, und so möglicherweise dazu beizutragen, dass ihre Namen größer werden. Dieses Jahr fiel die Wahl auf die „Schrëtt fir Schrëtt ASBL“. Wegen der großen Nachfrage werden wir außerdem wieder einen Kalender mit „Een Häerz fir Kriibskrank Kanner“ machen.

Soll das Ganze denn noch weiterwachsen?

Schommer Nicht unbedingt. Die meisten von uns haben im Moment zwar noch relativ viel Zeit, wir sind alle zwischen 25 und 30 Jahren, niemand hat bislang Kinder, ein paar studieren noch, sodass wir uns zeitlich alle gut einteilen können. Irgendwann wird es aber mit Sicherheit enger, deshalb wollen wir uns nicht zu viel vornehmen. Es soll ja auch immer noch Spaß machen, das war ganz klar einer der Gründe, warum wir uns zu diesem Verein zusammengetan haben. Im Moment liegt alles im Bereich des Möglichen. Mit der Organisation dieser drei Turniere werden wir bereits reichlich zu tun haben. Wir sind aber selbstverständlich weiter offen für Anfragen, wenn es um unseren Grillstand oder um Catering geht. Gerne können sich auch Privatleute an uns wenden.

Weitere Informationen finden sich auf der Facebook-Seite facebook.com/Mammejongen. Spenden sind stets willkommen: LU31 0025 4101 5254 2400