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Spielkritik: Mario Kart 8

Jumpman und seine Freunde und Feinde lassen ihre Streitigkeiten ruhen und lösen ihre Differenzen mit einer gepflogenen Runde Karting - klingt vertraut? Sollte es, denn im Grunde steckt in dem neuen Mario Kart 8 viel Bekanntes aus den Vorgängern: Unterschiedliche Fahrzeugoptionen, Drifting, unterschiedlich handhabende Spielfiguren... auch die in dem Portable-Abstecher Mario Kart 7 erstmals aufgetauchten Flug- und Tauchsegmente wirken diesmal noch eine Spur ausgereifter. Bei all den wiederkehrenden Elementen könnte man annehmen, dass Nintendo sich vorrangig auf den Sprung in die HD-Generation konzentriert und mehr Zeit auf Grafikverbesserungen verwendet hätte - doch dem ist glücklicherweise nicht so.

Eine neue Gravitationsfunktion ermöglicht das Fahren an Wänden und erlaubte den Leveldesignern offenbar, ihre wildesten Fieberträume auszuleben: Teilweise sind die Strecken derart verschlungen, dass es den Fahrern erst beim zweiten oder dritten Spielen nicht mehr schlecht wird. Damit eröffnen sich aber auch gänzlich neue Fahrrinnen, das Rennen wird chaotischer und spaßiger. Auch alte Rennstrecken im neuen Gewand gibt es zu bestaunen. Am Gameplay wurde also nicht gegeizt. Das soll indes nicht heißen, dass es Mario Kart 8 an visuellen Höhepunkten mangelt, im Gegenteil: Das Spiel ist wunderschön, die Strecken abwechslungs- und detailreich und dank des ausgefallenen Stils ein echter Hingucker.

Die Konkurrenz überrundet

Doch die besten Verbesserungen stecken unter der Haube: Charaktere und Boliden sind ausgewogener, neue Figuren und Rennwagen lassen sich durch erfolgreiches Rasen freischalten. Auch eine willkommene Neuerung: Neue Items wie der Bumerang oder die Piranhapflanze bieten Abwechslung, die Supertröte (endlich!) Abhilfe gegen den verhassten blauen Koopa-Panzer. Gemeinsam mit dem abwechslungsreichen Strecken-, Figuren- und Kartarsenal sorgen die neuen Items für spaßige und aktionreiche Rennfahrten. Einziger Wermutstropfen: Der beliebte Kampfmodus muss künftig auf seine eigens eingerichtete Arenapisten verzichten. Stattdessen wird auf herkömmlichen Strecken aufeinander geschossen.

Die Rennspielserie mit Nintendos Lieblingsmaskottchen schaltet also endlich hoch - hoch auflösende Texturen, neue Strecken, mehr Details, mehr Rennspaß? Auf jeden Fall: Das neue Mario Kart macht höllisch Laune und schafft es, mehr als „nur“ ein HD-Aufguss des Rasers für unterwegs am 3DS, also Mario Kart 7, zu sein. Ganz nebenbei könnte hier der Titel erschienen sein, der für bessere WiiU-Verkäufe sorgen könnte. Die Konsole strauchelte nämlich zuletzt sehr unverdient, ein hochkarätiger Titel wie Mario Kart 8 kommt da eigentlich genau recht. Denn hier bekommt der Kunde endlich das, wofür die Wii unlängst bekannt war: Das Kartingspiel macht höllischen Spaß, ob allein oder mit Freunden, und sieht dabei andere spaßige Rennspiele höchstens im Rückspiegel. Oder beim Überrunden.