LUXEMBURG
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Mobilitätsminister hält an 24-Stunden-Kontrollaktion fest

Alle Jahre wieder finden an einem bestimmten Datum EU-weit sogenannte „Speedmarathons“ statt. Dann werden während 24 Stunden verstärkt Tempokontrollen auf den Straßen durchgeführt. In der Regel läuft diese Aktion im Frühjahr ab, weil zu diesem Zeitpunkt ein erhöhtes Unfallrisiko festgestellt wird. Durch die Covid-19-Krise dürfte sie allerdings in diesem Jahr zu einem anderen Zeitpunkt durchgezogen werden.

2019 hatte der „Speedmarathon“ am 3. April stattgefunden. Bei rund 200 Kontrollen im Großherzogtum waren um die 1.200 Geschwindigkeitsüberschreitungen von der Polizei, respektive den fixen Radarfallen festgestellt worden. Für Mobilitätsminister François Bausch (déi gréng) ist klar, dass diese im Vorfeld immer medial angekündigte Operation auch weiterhin auf dem Programm stehen wird. „Ziel solcher Überprüfungen ist es nicht, möglichst viele Regelverstöße festzustellen, sondern den Verkehrsteilnehmer auch auf die Problematik zu hoher Geschwindigkeit hinzuweisen und punktuelle Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken. Daher sind solche Kontrollen auch ein wichtiges Element einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die dazu beitragen, die allgemeine Verkehrssicherheit zu verbessern“, schreibt der Minister in seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage des Piraten-Abgeordneten Marc Goergen, der den Nutzen von „Speedmarathons“ hinterfragt hatte. Auslöser dafür war die Studie „Speed Limit Enforcement and Road Safety“ des deutschen „Institute of Labor Economics“, die zum Schluss kommt, dass die Blitzermarathons zwar die Zahl der Verkehrsunfälle an dem Tag um acht Prozent senken, direkt danach allerdings die Effekte verpuffen. Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass die Verkehrsteilnehmer an dem Tag der verstärkten Kontrollen zwar den Fuß vom Gas nehmen um Bußgeldern zu entgehen, sie aber danach - trotz viel Sensibilisierung - ihr Fahrverhalten nicht nachhaltig ändern.

Über eine Million Geschwindigkeitsübertretungen 2016-2019

Bei den „Speedmarathons“ in den letzten Jahren waren laut Ministerium 967 (2016), 741 (2017) und 1.191 (2018 und 2019) Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt worden. Allerdings sind die Zahlen schwierig vergleichbar, waren doch 2016 nur zehn automatische Radarfallen im Einsatz, 2019 waren es 24.

Zwischen 2016 und 2019 wurden insgesamt 1.091.049 Geschwindigkeitsübertretungen registriert.