LUXEMBURG
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Minister: Alljährlicher Schienenersatzverkehr auf der Linie 10 unausweichlich

Wenn die Schobermesse näher rückt, wissen die Zugnutzer entlang der Linien 10: Bald bricht die Vollsperrung an. In den vergangenen Jahren bedeutete dies ausnahmslos, dass auf dieser Bahnstrecke in Richtung Luxemburg spätestens ab Ettelbrück Schluss war. Dann hieß es drei ganze Wochen lang auf den Ersatzbus umsteigen. Aus einer Fahrt, die von Ettelbrück bis in die Hauptstadt üblicherweise etwa 30 Minuten in Anspruch nimmt, wird eine, welche fast eine Stunde lang dauert.

24 Baustellen auf 77 Kilometern

Der Grund für diese regelmäßige Sperrung sind zahlreiche Instandsetzungsarbeiten, welche die Zuglinie auf ihrer Gesamtlänge von 77 Kilometern jedes Jahr benötigt. Gleise-, Weichen- und Hochspannunsleitungserneuerungen stehen dann an. Dazu gesellen sich noch große Arbeiten an den Bahnhöfen Ettelbrück und Mersch, welche viel Zeit beanspruchen. Zudem können Arbeiten an Brücken, welche über die Gleise führen, nur während einer Vollsperrung durchgeführt werden. Dies erläutert der Minister für Mobilität, François Bausch (déi gréng) in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der DP-Abgeordneten André Bauler und Max Hahn. Im Jahr 2020 wurden im Rahmen der drei Wochen Sperrung insgesamt 24 Bauarbeiten durchgeführt. Als Grund, weshalb genau während dieser Zeit die Arbeiten durchgeführt werden, führt der Mobilitätsminister die generell geringe Nachfrage an. Zu einem möglichen Ende der alljährlich wiederkehrenden Vollsperrung weiß der Minister zu berichten: „Et ass awer kaum domat ze rechnen, datt ee Joer guer keng Spär wäert noutwendeg sinn.“

Bei den Ersatzbussen versucht man jedes Jahr, die nötigen Anpassungen durchzuführen. Die verschiedenen Akteure stehen hierbei konstant miteinander in Kontakt. Die Kapazität der Ersatzbusse beläuft sich auf täglich 21.000 Sitzplätze. Zwischen 16.00 und 20.00 würden so etwa 100 Busse fahren, um der Nachfrage gerecht zu werden. Der Minister betont im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Pandemie, dass lediglich Sitzplätze angeboten werden, um so für mehr Sicherheit bei den Fahrgästen zu sorgen. Wenn der Andrang größer ausfalle, könnten die betroffenen Dienste auch schnell reagieren, um mehr Busse einzusetzen.

Auf das Auslassen der Haltestelle Kirchberg/Luxexpo angesprochen, bestätigt der Minister, dass das Anfahren dieser zu Störungen des Regelbusverkehrs geführt hatte. Neben dieser dreiwöchigen Sperrung werden auch jedes Jahr über an mehreren Wochenenden Teile der Strecke gesperrt. Auch das Teilstück Ulflingen-Ettelbrück wie auch die Antenne Diekirch wird für Wartungsarbeiten für den Schienenverkehr geschlossen, womit auch hier auf den Schienenersatzverkehr zurückgegriffen werden muss.