LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Ausstellung „Prix Pierre Werner - Histoires d’art 1992-2017“ im Cercle Cité

Was haben Künstler wie Roger Bertemes, Bertrand Ney, The’d Johanns, Doris Drescher, Katrin Elsen und Kingsley Ogwara gemeinsam? Was die Stilrichtungen anbelangt, in denen sie sich künstlerisch bewegen, relativ wenig, dafür sind sie aber alle Träger des 1992 ins Leben gerufenen „Prix Pierre Werner“. Roger Bertemes war seinerzeit der erste Künstler, der mit diesem staatlichen Kunstpreis geehrt wurde, der zwar im Zwei-Jahres-Rhythmus vom Ministerium vergeben wird, dies aber von einer unabhängigen Jury im Rahmen des Salons des „Cercle Artistique du Luxembourg“ (CAL). Der CAL feiert im nächsten Jahr sein 125. Jubiläum, der „Prix Pierre Werner“ in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag.

Eine Retrospektive, die keine ist

Um die Jubiläumsfeierlichkeiten des CAL einzuleiten, wird derzeit in der Galerie des Ratskellers im Cercle Cité die Ausstellung „Prix Pierre Werner - Histoires d’art 1992-2017“ gezeigt: eine Art Retrospektive des Kunstpreises beziehungsweise der bisherigen Preisträger und somit in gewisser Weise ein Rückblick auf ein Vierteljahrhundert künstlerischen Schaffens in Luxemburg. Da aber größtenteils nicht die mit dem „Prix Pierre Werner“ ausgezeichneten Werke zu sehen sind, sondern vielmehr neue oder zumindest relativ rezente Sachen der Künstler, handelt es sich nur bedingt um eine dokumentarische Schau. Dies unterstrich auch Christian Mosar, der die Expo als unabhängiger Kurator in Zusammenarbeit mit dem Cercle Cité zusammengestellt hat, während einer Ausstellungsbegehung.

„Die Ausstellung zeigt ein Panorama der luxemburgischen Kunst in Luxemburg“, sagte Mosar, fügte aber hinzu, dass der „Prix Pierre Werner“ nicht nur Künstlern aus Luxemburg oder Mitgliedern des Kunstvereins CAL vorbehalten sei. Im Jahr 2010 wurde beispielsweise die Deutsche Andrea Neumann von der Jury zurückbehalten. Zur Erinnerung: Mit dem „Prix Pierre Werner“ wird alle zwei Jahre das Werk des jeweils besten Künstlers geehrt, der im Rahmen des Kunstsalons des CAL ausstellt. 14 Preisträger sind es bislang, sechs Frauen und acht Männer, darunter ein Künstlerduo. Der älteste, Jim Junius, ist heute 92 Jahre alt, die jüngste, Michèle Tonteling wurde im Jahr 1986 geboren. Dieser große Generationsunterschied macht die aktuelle Ausstellung im Cercle Cité umso interessanter. „Das Besondere an der Ausstellung ist die große Vielfalt. Es gibt keinen roten Faden, was den Stil oder das Genre anbelangt“, bemerkte Mosar. Auffallend ist dagegen, dass die Malerei klar dominiert und lediglich eine Skulptur von Bildhauer Bertrand Ney zu sehen ist.

Die meisten der gezeigten Kunstwerke - überwiegend großformatige Bilder, so etwa ein Auszug aus dem monumentalen Werk „Portrait Society“ von Roland Schauls - sind relativ neu und repräsentativ für den jeweiligen Künstler. Eine Ausnahme bildet das Gemälde von Roger Bertemes, der im Jahr 2006 starb. Auch der Gewinnerbeitrag des Künstlerduos Michèle Tonteling und Katrin Elsen in Zusammenarbeit mit der Fotografin Anna Krieps aus dem Jahr 2014 sowie „Jackings cosmic strings“ von Rafael Springer, Preisträger 2002, konnten in die Ausstellung integriert werden. „Wir haben versucht, eine Ausstellung zusammenzustellen, die ästhetisch stark ist und einen bleibenden sinnlichen Eindruck hinterlässt. Es ist eine Schau, die die erstaunliche Diversität der Kunst, die es in Luxemburg gibt, widerspiegelt“, meinte Mosar.

Die Ausstellung kann bis zum 5. November täglich zwischen 11.00 und 19.00 im Ratskeller des Cercle Cité besichtigt werden.