LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

„Luxembourg for Kids“: Neuer Entdeckungsrundgang durch die Sammlungen des MNHA

Lehrreich, spannend und spaßig ist die neue Entdeckungstour speziell für Kinder ab sechs Jahren durch das „Musée National d’Histoire et d’Art“ (MNHA). Über zwölf Stationen führt der Rundgang „Luxembourg for Kids“ quer durch die Sammlungen des Museums. Auf spielerische Art und Weise erhalten die kleinen Besucher einen Einblick in die Luxemburger Geschichte und lernen dabei spannende Details aus Kultur und Alltagsleben verschiedenster Epochen kennen

Das Projekt wurde im Rahmen der „Année Européenne du Patrimoine Culturel 2018“ in Zusammenarbeit mit dem Kulturministerium auf den Weg gebracht und nun sozusagen als krönender Abschluss des Kulturerbejahres präsentiert. Die Idee stammt von Eva Maringer, die auch den Inhalt samt pädagogischem Ansatz ausgeklügelt hat. „Wir wollen unsere Sammlungen einem noch größeren und verschiedenartigem Publikum zugänglich machen“, erklärte MNHA-Direktor Michel Polfer bei der Vorstellung. Ein Zielpublikum seien Familien mit kleinen Kindern. „Für sie kann der Museumsbesuch schon mal zur Herausforderung werden, wenn es kein kinderspezifisches Angebot gibt“, meinte er.

Museum in seiner ganzen Vielfalt kindgerecht entdecken

„Das Besondere an diesem Rundgang ist, dass er sich durch alle Gebäudeteile und Sammlungen zieht, sich demnach nicht nur auf eine Sektion konzentriert. Spielerisch können Kinder so zum ersten Mal in Kontakt mit der Luxemburger Vergangenheit, Natur und dem Kulturerbe gebracht werden. Das Ganze soll zudem lehrreich sein. Sie erfahren, welche witzigen und teils seltsamen Geschichten hinter manchen Exponaten stecken“, beschrieb der Museumsleiter.

Jede der zwölf Stationen rückt ein bestimmtes Objekt der Museumsabteilungen Archäologie, Schöne Künste, Münzkunde sowie Kunsthandwerk und Volkskunst in den Vordergrund. Am Empfang bekommen die kleinen Besucher Buntstifte und ein Begleitheft mit auf den Weg - zur Auswahl in den vier Sprachen Luxemburgisch, Deutsch, Französisch und Englisch -, das sie während der gesamten Tour benutzen. Es heißt, verschiedene Aufgaben zu lösen.

Maskottchen Wulles als ständiger Begleiter

Zudem wird den Kindern ein zotteliger Kerl namens Wulles als Museumsführer zur Seite gestellt. „Für sie ist ein Museum erst einmal eine große, beeindruckende Institution, weshalb wir ihnen eine Identifikationsfigur mit auf den Weg geben, eine Art Maskottchen, das sie in gewisser Weise bei der Hand nimmt, beziehungsweise durch das labyrinthartige Museum führt: die Comicfigur Wulles, dessen Vorbild ,de Wëlle Mann‘ war. Diese ikonische Skulptur stand früher auf einem Sockel an der Fassade des Wiltheim-Gebäudes, das sich an dieser Stelle befand, bevor das Museum gebaut wurde. Der ,Wëlle Mann‘ war zudem eines der ersten Objekte, die seinerzeit aufbewahrt wurden, er steht demnach am Anfang der Sammlertätigkeit in Luxemburg und hat heute seinen Platz im Museum“, informierte Polfer.

Wichtige Schlüsselfiguren und -momente

Bei der Auswahl der zwölf Objekte habe man einerseits darauf geachtet, dass sie interessant für die Kinder seien und auch eine Verbindung zu ihrem Leben hätten, andererseits sollten wichtige Momente aus der Luxemburger Geschichte in den Fokus gerückt werden, wie Eva Maringer erläuterte. Alle wichtigen Persönlichkeiten aus der luxemburgischen Kultur und Geschichte sowie dem Alltagsleben werden behandelt, ohne dass die jungen Museumsbesucher jedoch überfordert würden.

„Alles ist absolut kindgerecht gestaltet. Die Inhalte werden spielerisch vermittelt. Um den Zugang zu vereinfachen, wurde an jeder Station eine Aktivität eingebaut. Damit das Ganze den Kindern auch wirklich Spaß macht, haben wir versucht, diese so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten“, erklärte Michèle Platt vom „Service des publics“ des MNHA. Malen, Quizfragen beantworten, Rätsel lösen, Beobachten... lauten die Aufgaben, die den Kindern im Begleitheft (gestaltet von Linda Bos und Runa Eglisdottir) aufgetragen werden.

Da der Rundgang chronologisch aufgebaut ist, bekommt man tatsächlich einen guten Eindruck davon, wie sich Luxemburg im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. „Kinder gehen ja stets davon aus, dass alles immer schon so war, wie sie es heute kennen“, bemerkte Maringer. Zu entdecken gibt es die ersten Häuser, genau wie das erste Auto, aber auch Medaillen und Orden, dies an der letzten Station, an der es inhaltlich gleichzeitig um den Vertrag von Rom geht und somit um einen der Gründungsmomente der Europäischen Union. „Die Tour führt also praktisch von der Steinzeit bis in die Europäische Union von heute“, so die Ideengeberin.

Der Rundgang „Luxembourg for Kids“ dauert rund 1,5 Stunden, ist gratis und kann ohne Voranmeldung besucht werden. Alle Infos unter www.mnha.lu