LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Regierungsrat: Entscheidung zur Öffnung nun voraussichtlich nächste Woche

Eigentlich war erwartet worden, dass der Regierungsrat in seiner heutigen Sitzung eine Wiedereröffnung der Spielplätze entscheiden würde, die ja von vielen Kindern, aber auch Eltern sehnlichst herbeigewünscht wird, aber die Spielplätze bleiben bis auf weiteres geschlossen. Eine Entscheidung wird nun für nächste Woche erwartet, will die Regierung doch erst die Auswirkung der jüngsten Lockerungen auf die Infektionszahlen abwarten - die geben allerdings eher zu Optimismus Anlass.

Fünf Neuinfektionen

So gab es auch heute hierzulande keinen neuen Corona-bedingten Todesfall zu beklagen; die Zahl der Verstorbenen bleibt demnach unverändert bei 110. Das teilte das Gesundheitsministerium - wie immer - am späten Nachmittag mit. Auf Covid-19 positiv getestet wurden in Luxemburg inzwischen 4.032 Personen - das sind fünf mehr als am Vortag. Seit Beginn der Krise wurden bislang insgesamt 83.673 Corona-Tests durchgeführt. Als geheilt gelten inzwischen 3.885 Personen. Aktive Infektionen gibt es noch 37. Hospitalisiert sind im Moment 31 Leute (Covid-19 und Verdachtsfälle), von denen noch zwei auf der Intensivstation liegen. Entlassen wurden bislang 931 Corona-Patienten. Die sogenannte Reprodukionszahl liegt momentan in Luxemburg bei 0,520.

Die „Centres de soins avancés“ (CSA) in der Luxexpo auf Kirchberg und in der Rockhal in Esch werden ihrerseits am nächsten Montag geschlossen, nachdem die medizinischen Versorgungszentren in Ettelbrück und Grevenmacher bereits am 29. Mai geschlossen wurden. Seit der Einrichtung der vier „Centre de soins avancés“ Ende März wurden dort insgesamt 9.108 Menschen behandelt.

Personen mit Covid-19-Symptomen sollen sich nunmehr an ihren Hausarzt oder aber in dringenden Fällen an die Notaufnahmen der Kliniken wenden.

In den pädiatrischen und kinderchirurgischen Polikliniken der „Hôpitaux Robert Schuman“ (HRS) auf Kirchberg werden indessen ab kommendem Montag wieder junge Patienten behandelt. Die Polikliniken Pädiatrie und Kinderchirurgie sind dann nach einer mehrmonatigen Covid-19-bedingten Pause wieder sieben Tage die Woche von 08.00 bis 20.00 geöffnet.

Mini-Tripartite am Mittwoch

Am kommenden Mittwoch wird sich die Regierung, und zwar Premierminister Xavier Bettel, die beiden Vizepremierminister Dan Kersch und François Bausch sowie die Minister Pierre Gramegna (Finanzen), Romain Schneider (Soziales), Corinne Cahen (Familie), Lex Delles (Mittelstand und Tourismus) und Franz Fayot (Wirtschaft), indes im gut abgeschirmten Senninger Schloss mit den Sozialpartnern - auf Gewerkschaftsseite OGBL, LCGB und CGFP; auf Patronatsseite die UEL - treffen, um mit diesen über die Situation auf dem Arbeitsmarkt, die budgetäre und soziale Lage, die Hilfsmaßnahmen für die Unternehmen sowie die eventuelle Organisation einer Tripartite Mitte Juli zu diskutieren.

Dabei handelt es sich bei der Dreierrunde vom Mittwoch angesichts der Zusammensetzung und der Gesprächsthemen ja jetzt auch schon um eine Art Tripartite, aber hier gibt es höchstwahrscheinlich auch Kaffee und Kuchen, die bei einer richtigen Tripartite ja bekanntlich verboten sind.

Dann war aber auch noch zu erfahren, dass Luxemburg seinen Beitrag für die in Corona-Zeiten besonders wichtige globale Impf-Allianz Gavi um 22 Prozent auf etwa eine Million Euro pro Jahr für den Zeitraum von 2021 bis 2025 erhöhen wird. Bei einer internationalen, via Videoschalte durchgeführten Geberkonferenz, an der auch Xavier Bettel teilnahm, waren am Donnerstag in London rund 7,8 Milliarden Euro für die globale Impf-Allianz zugesagt worden. Die Erwartungen wurden damit um mehr als eine Milliarde übertroffen. Mithilfe des Geldes sollen innerhalb der kommenden fünf Jahre 300 Millionen Kinder gegen Krankheiten wie Polio, Typhus und Masern geimpft werden.