LUXEMBURG
BILL WIRTZ

Shamia Islam gewinnt „Jonk Fuerscher“-Preis für Psychologie-Arbeit

Wer sich auf dem bekannten Videoportal YouTube Videos anschaut, kann sich meistens für verschiedene Themen begeistern, doch wird eher selten selbst aktiv. Bei Shamia Islam war das anders: „Ich bekam diese Idee als ich Youtube-Videos durchforstete und mir eins über das Gehirn anschaute. Es war so interessant, dass ich mich entschloss, ein Projekt zu führen, das im Zusammenhang mit dem Gehirn steht, und da stellt sich die Frage, ob man das Gehirn manipulieren kann.“ Mit „dieser Idee“ meint Shamia ihr Projekt, das sie bei der Luxemburger Vereinigung „Jonk Fuerscher“ eingereicht hat und mit dem sie einen Preis gewann.

Der Wahrnehmung auf der Spur

„Comment notre perception est-elle influencée par notre cerveau? Peut-on manipuler le cerveau et par conséquent notre perception“ war der Titel ihrer Arbeit, die die junge Forscherin so beschreibt: „Das Thema von meinem Projekt war die kognitive Psychologie, die Wahrnehmung, um genauer zu sein. Ich wollte erstmal herausfinden wie die Wahrnehmung funktioniert, und dazu musste ich in die Neurologie reinschnuppern. Nachdem mir dieser Vorgang bewusst war, wollte ich herausfinden, wie das Gehirn beziehungsweise die Wahrnehmung sich manipulieren lässt, darum habe ich verschiedene Experimente ausprobiert, um zu beweisen wie diese Manipulation möglich wird. Dadurch habe ich viele Sinnesfehler entdeckt und bemerkt, dass das Gehirn leichter zu manipulieren ist, als man denkt.“

Durch Zufall zum Wettbewerb

Dass Shamia überhaupt am Wettbewerb der „Jonk Fuerscher“ teilnahm, war reiner Zufall. Ihre Eltern, beide ursprünglich aus Bangladesh, betreiben ein Restaurant in Bridel: „Der Präsident des Wettbewerbs ,Jonk Fuerscher‘ ist ein Stammkunde im Restaurant meiner Eltern, und er hat mich überredet mitzumachen, was ich keinen Deut bereue.“

Als Preis durfte Shamia zur vierten „Biennale“ der „Expo-Sciences Asia“ (ESA), die zwischen dem 18. und 24. Oktober in Daejeon, Südkorea stattfand. Die 16-Jährige sagt, ihr hätte die Reise sehr geholfen: „Die Reise nach Südkorea war eine unvergessliche Erfahrung, die mir erstmal ermöglicht hat, mein Englisch zu verbessern, neue Freundschaften zu schließen und einen Austausch mit brillanten jungen Talenten zu haben.“

Beeindruckte Organisatoren in Südkorea

Doch Shamia beeindruckte ihrerseits ebenfalls in Südkorea. Bei der Abschlussveranstaltung erhielt sie Glückwünsche der Organisation und eine Medaille mit der Erwähnung „Herausragende gesundheitswissenschaftliche Forschung“. „Als mein Name aufgerufen wurde, um mir die Medaille zu überreichen, war ich so überrascht, dass ich erst einmal meine Sitznachbarin gefragt habe, ob ich richtig gehört habe. Ich war so glücklich, dass ich nicht mehr aufhören konnte, zu grinsen. Da dieser Preis ein ,Special Award‘ war, der von Sponsoren überreicht wurde, die sich ein Projekt von einem Studenten anhörten und der Meinung waren, sie verdienen es, war es mir eine große Ehre, ihn entgegen zu nehmen.“

Ihre Familie würde sie sehr unterstützen, und ihre Mutter sei meistens noch glücklicher als sie selbst, wenn sie solche Erfolge erzielen würde. Momentan ist Shamia noch Schülerin im „Lycée Aline Mayrisch“ in Luxemburg. Wie es danach weitergehen soll, weiß sie noch nicht genau: „Nichts steht in Steinen gemeißelt, alles kann sich in drei Jahren ändern (bis zu meinem Abschluss). Jedoch ist meine erste Wahl, Medizin zu studieren, wo kann ich noch nicht sagen, aber wahrscheinlich an der Universität von Luxemburg.“

Wer mehr über die Projekte von „Jonk Fuerscher“ erfahren will, kann das auf www.fjsl.lu tun.