LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Schwachsinniger Nachbarschaftsstreit in „Neighbors“

Regisseur Nicholas Stoller konnte mit seinem Regiedebüt „Forgetting Sarah Marshall“ (2008) überzeugen. Es folgten die passablen Komödien „Get Him to the Greek“ (2010) und „The Five-Year Engagement“ (2012). Nun startet sein „Neighbors“ gleichzeitig in Europa und Amerika, eine Komödie, die ganz in der Tradition der amerikanischen Studentenfilme liegt, also mit viel Sex, Saufgelagen und extrem idiotischen Situationen.

Idylle pur

Mac (Seth Rogen) und Kelly Radner (Rose Byrne) leben mit ihrer kleinen Tochter Stella in einer idyllischen Wohngegend. All ihr Geld haben sie in ein schönes Haus investiert, und sie genießen ganz ungeniert ihr Sexleben. Was die Schreiber des Drehbuchs bewegte, hier eine Liebesszene vor den Augen des Babys abspielen zu lassen, ist rätselhaft, denn dieses Intermezzo ist an Peinlichkeit kaum zu übertreffen.

Vielleicht sollte es lustig wirken, wie alles, was folgen wird! Teddy (Zac Efron), Pete (Dave Franco), Scoonie (Christopher Mintz-Plasse) und ihre Genossen der „Delta Psi“-Studenten-Bruderschaft ziehen ins Nachbarhaus ein. Die spießigen Radners sehen ihre Idylle in Gefahr, da Studenten ja nur Saufen, Partys und Lärmmachen im Sinn haben. Um dem vorzubeugen, gibt sich das Paar als cool aus, und die beiden machen sich effektiv bei Teddy und seinen Kommilitonen beliebt. Sie schwören sogar, nie die Polizei zu rufen, sollte es einmal zu laut werden. Kaum sind 24 Stunden vergangen, klingelt das Telefon bei den Bullen. Teddy ist tief verletzt, und von nun an haben Mac und Kelly keine Ruhe mehr. Mit Hilfe ihres Freundes Jimmy (Ike Barinholtz) hecken die Radners einen Plan nach dem anderen aus, um die Bruderschaft zu diskreditieren.

Rache ist süß

Wenn man jetzt hofft, dass lustige Situationen durch ausgefeilte Taktiken entstehen und die Lachmuskeln in Bewegung setzen, der irrt gewaltig. Es sind vor allem die komplett schwachsinnigen Reaktionen von Mac und Kelly, die nerven, wie z. B. als Baby Stella einen Kondom in die Finger bekommt.

Erwachsene benehmen sich nicht so debil - vielleicht amerikanische in billigen Komödien -, aber solche hysterischen Reaktionen dominieren die ganze Laufzeit. Lediglich die Witze mit den Airbags und eine Robert-De-Niro-Parodie sind originell, nur können diese Gags die zig anderen Blödsinnigkeiten nicht gutmachen. „Neighbors“ oder „Bad Neighbors“, wie der Film in Deutschland heißt, kann man einfach vergessen. Wenn man wirklich lachen will, so sollte man sich die französische Komödie „Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu?“ von Philippe de Chauveron ansehen. Die Geschichte von Claude (Christian Clavier) und Marie Verneuil (Chantal Lauby) und deren drei Töchter, die je mit einem Araber, einem Juden und einem Chinese verheiratet sind, strotzt vor flotten Dialogen und lustigen Einfällen. Ja, und der Schock steht noch bevor, da die vierte Tochter auch bald heiraten wird! Aber lassen Sie sich überraschen!