LUXEMBURG
SVEN WOHL

Bei der Gewalt gegen Frauen ist die Dunkelziffer hoch

Nur jede dritte Frau in Europa meldet einen körperlichen oder sexuellen Übergriff eines Partners den zuständigen Behörden. Dies meldete das „European Institute for Gender Equality“ (EIGE) gestern. Die Umfrage zeige, dass das Problem weiter verbreitet ist, als angenommen. Diese Zahlen sind wichtig für Polizei und Justiz. „Es kann den Mitgliedsstaten helfen, ihre Maßnahmen um Gewalt zu verhindern, Opfern zu helfen und die Täter zu bestrafen zu überprüfen und ihnen helfen, effizientere Maßnahmen für die Zukunft zu entwickeln“, erklärt Vera Jourova, EU-Kommissarin für Justiz, Konsum und Gleichberechtigung. Mehrere Faktoren tragen zum Ausbleiben von Meldungen bei. Zum einen werden einige Gewaltformen nicht als Verbrechen wahrgenommen, Meldungen nicht elektronisch oder das Verhältnis zwischen Opfer und Täter nicht erfasst.

Hoher Standard in Luxemburg ausbaufähig

Die Organisation veröffentlichte gestern ebenfalls ihre Empfehlungen an die Mitgliedsstaaten. Dabei wird Luxemburg für einen hohen Standard in der Datensammlung gelobt. Dennoch würden zahlreiche Möglichkeiten bestehen, um diese auszuweiten. So bemängelt die EIGE, dass in zahlreichen Fällen die Geschlechter und die Beziehung zwischen Täter und Opfer nicht festgehalten werden. Dies betrifft zum einen die Arbeit der Polizei, welche ausschließlich im Rahmen des Gesetzes zur häuslichen Gewalt diese Faktoren erfasst. Zum anderen betrifft es die Justiz, die in ihren Urteilen ebenfalls nicht die Geschlechter von Opfer und Täter sowie deren Beziehung zueinander aufzeichnet.

In der Statistik sollen außerdem neue Fälle eingeführt werden, um diese besser verfolgen und mit anderen Mitgliedsstaaten der EU vergleichen zu können. Bei der physischen Gewalt soll die Zuführung schädlicher Substanzen hinzugefügt werden. Bei der psychologischen Gewalt fehlt der EIGE zufolge noch ein Eintrag für das Stalking.


Den gesamten Bericht kann man unter
tinyurl.com/EIGELU lesen