JACQUES DAHM

Gegen die Pläne zur Frühförderung des Französischen in der Früherziehung und gegen den Unterricht des Französischen ab dem ersten Trimester des Zyklus 2.1: Das fordert der Lehrer Jacques Dahm in einer Petition, die bereits über 2.300 Unterschriften zählt. Der Autor der Petition betont allerdings mit Nachdruck, dass sich seine Petition weder gegen den Französischunterricht in der Grundschule noch gegen die französische Sprache im Allgemeinen richtet und distanziert sich damit von nationalistischen oder rassistischen Überlegungen.

„Mit dieser Petition setze ich mich dafür ein, am bisherigen Modell des Sprachenunterrichts beziehungsweise der Sprachförderung festzuhalten. Es ist wichtig, die Rolle des Luxemburgischen in der Früherziehung und in der Vorschule (Cycle 1) zu stärken. Kinder müssen eine solide Grundlage im Luxemburgischen aufbauen, um ihre Erfolgschancen im Erlernen des Deutschen im Zyklus 2.1 zu erhöhen. Das Französische (mündlich) soll statt wie geplant zu Beginn des Zyklus 2.1 weiterhin erst ab dem zweiten Trimester des Zyklus 2.2 thematisiert werden.

Das Problem besteht heute darin, dass eine Mehrheit der Schüler ihre Muttersprache nicht vollständig beherrscht, ob das jetzt Luxemburgisch, Portugiesisch oder eine andere Sprache ist. Im Alter von zwei bis drei Jahren, das sagen psycholinguistische Studien, fangen Kinder an, die Strukturen des Satzbaus oder den Rhythmus einer Sprache zu begreifen, was für den weiteren Lernprozess des Kindes entscheidend ist.¹ Dieser Festigungsprozess braucht aber Zeit und viel Übung. Die Einführung des Französischen in dieser Periode, in der Kinder also weder ihre Muttersprache, noch das Luxemburgische vollständig beherrschen, riskiert; den jungen Schülern zusätzliche Schwierigkeiten zu bereiten. Experten sag en aber, dass es entscheidend ist, dass Kinder klar zwischen den Sprachen unterscheiden können.

Obwohl die mehrsprachige Situation Luxemburgs besonders ist, gibt es kein anderes Land, in dem die Alphabetisierung der Kinder auf einer Fremdsprache erfolgt. Wenn zusätzlich noch eine mündliche Einführung in die französische Sprache stattfindet, stellt sich die Frage, wie die Kinder zwischen den einzelnen Lauten (z. B. ‚u‘-‚ü‘) unterscheiden sollen - vor allem im Hinblick auf den lautgetreuen Schriftspracherwerb. Hinzu kommt, dass das Französische anders als die germanischen Sprachen Englisch, Deutsch oder Luxemburgisch eine romanische Sprache ist. Es spricht aber nichts dagegen, dass nach der Alphabetisierung in deutscher Sprache beispielsweise die Anzahl der Unterrichtsstunden im Französischen in den Zyklen 3 und 4 erhöht wird.“

Link zur Petition  tinyurl.com/n2ckr3o