LUXEMBURG
PATRICK WELTER

CFL und AVL: Europäische Mobilitätswoche und „Design vor All“

Im Rahmen der „Europäischen Mobilitätswoche“ zeigte die Eisenbahngesellschaft CFL eine Präsentation in der Glasgalerie des Hauptbahnhofs unter dem Titel „Design for All“, bei der die CFL, die Stadt Luxemburg und verschiedene Behindertenorganisationen spezielle Lösungen vorstellten, damit der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) auch wirklich ein Transportmittel für alle sein kann. Aktuelle sind bereits ein Dutzend Bahnhöfe der CFL mit einem Label für Behindertenfreundlichkeit ausgezeichnet worden, weitere sechs sollen bald folgen. Die neuen Züge der Bahngesellschaft verfügen über Rollstuhlrampen und Behindertentoiletten. Für Sehbehinderte gibt es Leitlinien und akustische Informationen.

Die Haltestelle sagt, wo’s lang geht

Eine besonders innovative Lösung stellten die Vertreter der Stadt Luxemburg Sam Tanson und Patrick Goldschmidt vor: In Zukunft dürfen Sie sich nicht wundern, wenn ihre liebste Bushaltestelle mit ihnen spricht. Schuld daran ist der „iBeacon“. Eine Entwicklung der Stadt Luxemburg. Ein kleiner Sender strahlt via Bluetooth in der Umgebung von Bushaltestellen - etwa drei Meter - Audionachrichten aus, die man über die City App der Stadt Luxemburg auf seinem iPhone empfangen kann. Wer ein Android-Handy nutzt muss noch bis Januar 2018 warten. Vor allem richtet sich das System mit den „iBeacon“ an sehbehinderte Nutzer des städtischen Busdienstes, kann aber von jedermann genutzt werden. Auf diesem Weg werden den sehbehinderten Fahrgästen die Informationen über Verspätungen und Ankunftszeiten der Busse, die die anderen ÖPNV-Nutzer in Echtzeit über die Anzeigetafeln an den Haltestellen sehen können, sprachlich mitgeteilt. Außerdem informiert der „iBeacon“ darüber an welcher Haltestelle man steht und welcher Linienbus diesen Haltepunkt als nächstes anfährt. Bei vorheriger Eingabe eines Standardziels - etwa der eigenen Adresse - wird via „iBeacon“ auch über die günstigsten Verbindungen dorthin, vom jeweiligen Standort aus, informiert. Stadtschöffe Patrick Goldschmidt schilderte, dass nach einer einjährigen Testphase mit mehreren Sehbehinderten bereits 210 „iBeacon“ installiert wurden.

Der „Verkéiersverbond“ der die Schirmherrschaft über die Mobilitätswoche hat, stellte ebenfalls neue Orientierungssysteme vor, dazu zählt ein Fußgängerleitsystem, zunächst in drei Bahnhöfen. Vor allem will der „Verkéiersverbond“ eine multimodale Clearingplattform schaffen um alle Verkehrssysteme und Dienstleister nahtlos miteinander zu vernetzen.