LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Filmkritik: „The 100-Year-Old Man Who Climbed Out the Window and Disappeared“

Im Jahre 2009 wurde der Roman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ von Jonas Jonasson in Schweden ein Bestseller. Bis dato wurde der Roman in 38 Sprachen übersetzt. Nun kommt die Verfilmung durch Felix Herngren in die Kinos.

Ein Koffer voll Geld

Was geschieht, wenn man als Teenager ein Klohäuschen in die Luft sprengt? Man kommt in die Klapsmühle! So beginnt die Geschichte von Allan Karlsson (Robert Gustafsson), der sich in Rückblenden an seine Vergangenheit erinnert.

Im Altenheim laufen die Vorbereitungen, um den 100. Geburtstag des betagten Manns zu feiern. Aber da entdeckt Allan einen Jungen, der mit Knallfröschen hantiert. Das interessiert ihn mehr, als die Geburtstagstorte. Er klettert aus dem Fenster und verirrt sich im lokalen Busbahnhof, wo er eine Fahrkarte kauft und von einem dubiosen Kerl, Bulten (Simon Säppenen), gebeten wird, auf dessen Koffer aufzupassen. Doch Allan schleppt den Koffer gedankenlos mit in den Bus. In einem verlassenen Bahnhof freundet er sich mit Julius (Iwar Wiklander) an. Als Bulten auftaucht und seinen Koffer reklamiert, sperrt Julius ihn in einer Kühlkammer ein. Die neuen Freunde entdecken 50 Millionen Kronen im Koffer. Als am nächsten Tag Bulten erfroren ist, müssen sie die Leiche beseitigen. Auf ihrer weiteren Reise lernen sie den trotteligen Benny (David Wiberg) kennen, wie die Elefantenbesitzerin Gunilla (Mia Skäringer). Auf ihren Fersen sind allerdings ein paar Ganoven, die ihr Geld wieder haben wollen.

Naiver Anarchist

Dynamit ist Allans Passion. Im Krieg sprengt er alles, was dem Feind schaden kann. In Spanien rettet er General Franco (Koldo Losada) das Leben. Er lernt US-Präsident Truman (Kerry Shale), Stalin (Algirdas Romualdas) und den Atombomben-Erfinder Robert Oppenheimer (Philip Rosch) kennen, wie auch Alberts Einsteins verrückten Bruder Herbert (David Shackleton). All diese Begegnungen erlebt der Zuschauer in Rückblenden, Ereignisse, die in tief schwarzen Humor getränkt sind. Allan ist eigentlich ein naiver Anarchist, der in von Dynamit und Alkohol animiert wird und sich keine Gedanken über seine Aktionen macht - Hauptsache es kracht!

Während der ersten Stunde des Films werden die einzelnen Protagonisten in Spiel gebracht. Leider hat der Regisseur es vorgewogen, den Rhythmus seines Films der Schrittgeschwindigkeit seiner Hauptfigur anzupassen, so dass sich im zweiten Teil des Films Längen einschleichen. Selbst die Begegnungen Allans in der Weltgeschichte verlieren an Interesse, da sie sich lediglich wiederholen, ohne eine Steigerung.

Die Geschichte des Hundertjährigen kann somit nicht vollends überzeugen.