ECHTERNACH
INGO ZWANK

2013er Auflage der Echternacher Springprozession lockt wieder 9.000 Pilger an

Es wurde wieder gesprungen - und diskutiert: Mit einer Festpredigt des Kölner Kardinals Joachim Meisner hatten am Abend des Pfingstmontag die Feierlichkeiten zur Springprozession im luxemburgischen Echternach begonnen.

Zu dem Eröffnungsgottesdienst waren einige Hundert Pilger in die Basilika gekommen. Meisner ging in seiner Ansprache auf eins seiner „aktuellen Lieblingthemen“ ein, die Familie in traditionellen katholischen und natürlichen Sinn - und sorgte hiermit für die ein und andere Diskussion beim anschließenden Empfang im Dokumentationszentrum in der Abtei. Meisner stellte die Familie im Sinne der katholischen Kirche als die Verbindung von Mann und Frau - und nur dies sei möglich, denn so habe es die Natur nun einmal vorgesehen.

Weitgehend trocken gesprungen

Die traditionelle Springprozession ging dann am gestrigen Pfingstdienstag in der 5.000-Einwohner-Stadt über die Bühne. 44 Musikkapellen und 9.000 Springer zogen durch die Abteistadt - mittendrin Erbgroßherzog Guillaume und Erbgroßherzogin Stéphanie, beide nahmen an der Prozession teil. „Wir sind erfreut, dass trotz des angesagten schlechten Wetters so viele gekommen sind“, sagte der Sprecher der katholischen Kirche in Luxemburg, Théo Péporté. Die Prozession hatte bei kühlen Temperaturen und Nieselregen begonnen, im Verlauf des Vormittags besserte sich das Wetter jedoch. Mit der Springprozession wird der Heilige Willibrord (658-739) verehrt: Er hatte als angelsächsischer Benediktinermönch um 700 als Stützpunkt seiner Missionsarbeit die Abtei Echternach gegründet und ist in der Echternacher Basilika beigesetzt. Zu den Feiernden gehörten neben dem luxemburgischen Erzbischof Jean-Claude Hollerich etwa 30 kirchliche Würdenträger, darunter Kardinal Adrianus Simonis (ehemaliger Erzbischof von Utrecht), Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga aus Honduras, Kardinal Willem Eijk (Utrecht) sowie der Apostolische Nuntius Giacinto Berloco.

Die Springprozession ist ökumenisch ausgerichtet. Willibrord wird auch „Apostel der Benelux“ genannt. 2011 kamen rund 10.500 Pilger. Die mehr als 500 Jahre alte Springprozession gehört seit 2010 zum immateriellen Kulturerbe der Unesco.