LUXEMBURG
JEFF KARIER

Ab diesem Mittwoch ist „Springbreak“ in den Hallen der „Luxexpo THE BOX“. Wer an die berüchtigten Frühlingsferien der Studenten auf der anderen Seite des großen Teichs denkt, liegt nicht ganz falsch. Denn die neue Frühjahrsmesse verfolgt ein modernes und jugendliches Konzept.

„Springbreak Luxembourg“

In den Frühling hineinfeiern

Entspannung und Ablenkung, Konzerte, Shows, Gastronomie und Shopping! So kann man auf spektakuläre Weise den Frühling und Sommer feiern und erste Eindrücke von den Trends der kommenden Saison bekommen. „THE BOX“, also die neue Luxexpo auf Kirchberg, hat sich für den Frühlingsbeginn eine völlig neue Veranstaltung erdacht: Die „Springbreak Luxembourg“, die die Frühjahrsmesse ersetzen wird. „Kompakter, intensiver und früher im Jahr überrascht „Springbreak Luxembourg“ mit einem unschlagbaren Konzept“, versprechen die Veranstalter.

250 Pop-up-Stores und weltweite kulinarische Leckereien

An fünf Tagen und an den Abenden kann das Messepublikum insgesamt 41 Gruppen und Künstler live erleben, 250 Pop-up-Stores, rund 20 Food Trucks, Restaurants und Bars besuchen und 150 Stunden lang an Workshops und interaktiven Ateliers teilnehmen, dies zu bunt gemischten Themen: Gastronomie, Musik, Malerei und vieles mehr. Unterhaltung pur also: „Ein unschlagbares, bis ins kleinste Detail ausgeklügeltes Programm“, wie es von „THE BOX“ heißt. Ein besonderes Highlight: Gartenfreunde werden bei dem „Springbreak“ vollends auf ihre Kosten kommen. „Springbreak Luxembourg“ ist somit keine gewöhnliche Messe, es ist eine Messe, die auf unterschiedlichen Säulen aufgebaut ist und somit einzigartiges, interaktives und täglich wechselndes Programm bietet, wodurch jeder Besuch zu einem Erlebnis wird.

3.000 Quadratmeter „Urban Food Village“

Alleine 3.000 Quadratmeter im Zentrum des „Urban Food Village“ sind für die Präsentation von Marken, Projekten, Konzepten, Ausstellungen und Events reserviert. Im Bereich der „Shops“ sind diese in verschiedenen Themenbereiche zusammengefasst: „Garden & Green-Tech“, „Food“, „Wine & Beverage“, „Cook & Design“, „Culture“, „Nearby Tourism“, „Start-up“, „Service“, und auch 
„Eclectic“. Für diese Auswahl wurden Kriterien festgelegt: Produkte oder Dienstleistungen, die das Leben der Besucher sowie das Tätigkeitsfeld verbessern können, Test-Modelle oder Nullserien von neuen Produkten oder Dienstleistungen, neu auf den Markt gekommene Produkte oder Dienstleistungen, die zum ersten Mal vorgestellt werden, Sonderpreise oder Spezialangebote sowie Durchführungen besonderer Aktionen. Also ein Besuch lohnt sich bestimmt.

Die Öffnungszeiten: Die Shops der Aussteller sowie die Bereiche „Events“ und „Eat & Drink“ sind von 12.00 bis 21.00 geöffnet. Im „Urban Food Village“, mit rund 20 Bars, Food-Trucks und Restaurants sowie allabendlichen Konzerten und Veranstaltungen, ist täglich bis Mitternacht geöffnet. Am Freitag ist das „Urban Food Village“ sogar bis 03.00 für die Besucher geöffnet, am Sonntag jedoch nur bis 22.00.
http://www.springbreak.lu

Das alles passt in die Neuausrichtung, die das Messe- und Konferenzzentrum vor kurzem vollzogen hat. Als „THE BOX“ will diese immerhin gestärkt in die Zukunft schreiten, vor allem gegenüber der Konkurrenz, die im nahen Ausland ist und auch nicht schläft. Als „Erlebnis Messe“ wird die neue Strategie beschrieben. „Wir wollen neue internationale Kunden gewinnen und die Kontakte zu unseren bestehenden Kunden weiter pflegen“, erklärte „Luxexpo THE BOX“ CEO Jean-Michel Collignon vor einigen Wochen.

Man kann nur hoffen, dass die Neuausrichtung gut bei Publikum und Kunden ankommt, sodass viele Menschen den Weg auf die verschiedenen Messen finden. Immerhin ist die „Luxexpo THE BOX“ ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Luxemburg und ein Schaufenster für das Land und die Großregion. Erfreulich ist da die Feststellung des „Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft“, kurz AUMA. Laut dieser ist zumindest in Deutschland das Interesse seitens der Unternehmen, sich auf Messen zu präsentieren, weiterhin sehr groß. Besonders Dienstleistungsunternehmen planen dem Ausschuss zufolge stärker auf Messen zu setzen. Und auch das „Handelsblatt“ sieht die Zukunft von Messen auch in einer Ausrichtung hin zum Erlebnis und schreibt: „Der Kunde will mitgerissen werden.“

Eine Messe, die zwar schon zum festen Programm gehört und wunderbar in die neue Strategie von „Luxexpo THE BOX“ hineinpasst ist „The Storm - International Tattoo Convention“. Diese Messe zieht seit ihrem Start besonders junge Menschen an, und zwar auch aus dem nicht ganz so nahen Ausland. Denn solche Messen, die eine Nische besetzen, funktionieren sehr gut, sprechen diese doch ein ganz bestimmtes Publikum an, deren Bedarf nach Messen oft noch nicht gedeckt ist.

Ebenfalls unter dem Namen „The Storm“ soll dieses Jahr eine „Gaming Expo“ in den Messehallen auf Kirchberg stattfinden, und zwar vom 23. bis 24. September. In Anbetracht der Zahlen von der „ Global Association of the Exhibition Industry“ (UFI), dass Freizeit-, Hobby- und Unterhaltungsmessen in Europa führend sind, könnten hiermit neue Besuchergruppen und Kunden gewonnen werden. Mit der „Gamescom“ im August in Köln hat man aber große Konkurrenz direkt vor der Tür. Ein anderer Ansatz als Gamingmesse könnte hier der Schlüssel zum Erfolg sein.

Die „Springbreak Luxembourg“ gehört jedoch nicht zu solch spezifischen Messen. Sie deckt stattdessen eine recht große Bandbreite ab. Livemusik, Gastronomie, Craft Beer, technische Innovationen und vieles mehr. Für jeden soll etwas dabei sein, vor allem für junge Menschen. Durch diese vielen Facetten fällt es aber schwer, ein greifbares Profil der Messe zu erkennen.

„Luxexpo THE BOX“ und seine Messen sind darüber hinaus auch auf Besucher aus der Großregion angewiesen. Anders wird sie sich langfristig vermutlich nicht tragen können. Daher ist eine gut funktionierende Infrastruktur wichtig. Die Tram ist dabei nur ein Bindeglied von vielen. Besonders der nun eröffnete weitere Parkplatz der Messe mit rund 650 Plätzen ist ein wichtiger Schritt, der aber auch längst überfällig war. Auch die längeren Öffnungszeiten zum „Springbreak Luxembourg“ könnten einen positiven Effekt auf die Besucherzahlen haben. Ob aber das neue Konzept auf Dauer tatsächlich genug Menschen anzieht, bleibt abzuwarten.