LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Heute Abend feiert „DenTheater.lu“ Premiere mit „GeDicks“

Edmond de la Fontaine (1823-1891), besser bekannt unter dem Pseudonym Dicks, verdanken wir Theater- und Musikstücke, Operetten und Gedichte wie „De Scholdschäin“, „D’Mumm Séis“, „D’Kirmesgäscht“, „De Wëllefchen an de Fiischen“ und „Ech sinn e groussen Hexemeeschter“. Nun widmet „DenTheater.lu“ unserem Nationaldichter mit „GeDicks“ ein spritziges Programm. Premiere ist heute Abend im Merscher „Centre national de littérature“. „E flotte Programm, lëschteg opbereet vum Claude Fritz an dem Paul Dahm, mat ville bekannte Lidder aus sengen Operetten an enger Rei vu senge flottste Gedichter“, verspricht das Theaterensemble auf seiner Internetseite. Wir haben uns mit Regisseur Claude Fritz unterhalten.

Wie kam es eigentlich zu diesem Programm?

Claude Fritz Eher zufällig habe ich im letzten Jahr in der Presse vom 125. Todestag von Dicks gelesen. Üblicherweise machen wir zwei Produktionen pro Saison, und wir hatten ohnehin vor, mal wieder etwas anderes als ein Theaterstück zu machen. Zudem waren wir uns fast sicher, mit einer solchen Produktion auch mal ein etwas anderes Publikum ansprechen zu können. Wie es der Zufall so will, hat noch dazu eine unserer Schauspielerinnen, Danielle Wenner, vor 25 Jahren in Josy Brauns Dicks-Programm mitgewirkt. Seine Texte boten dann auch die Basis für unser „GeDicks“.

Dem Ganzen haben Sie trotzdem eine persönliche Note verpasst?

Fritz Josy Braun hat als großer Kenner das Leben von Dicks seinerzeit ganz genau nacherzählt, was heute in dieser Form keinen Sinn mehr machen würde. Damals kannten die meisten Leute die Dicks-Stücke noch, die bis in die 1990er Jahre ja noch oft auf den Theaterbühnen quer durchs Land gespielt wurden, was heutzutage eher selten der Fall ist. Brauns Vorlage habe ich deshalb in gewisser Weise an heute adaptiert, und Paul Dahm hat als Musiker Dicks‘ Melodien ebenso modernisiert. Herausgekommen ist eine flotte, moderne Fassung, die etwas weniger in die Tiefe geht als Josy Brauns Original, in dem historisch wirklich alles ganz genau im Detail beleuchtet wird. Unser Programm dauert eine gute Stunde, ich habe es also gekürzt, ohne aber inhaltlich Sachen zu ändern, und zwischendurch ein paar witzige Sätze eingeflochten. Es ist keine Parodie, das möchte ich ganz klar unterstreichen, sonst würden wir das Ganze verfälschen. An Dicks‘ Gedichten und Liedern wurde selbstverständlich ebenfalls nichts geändert. Lediglich habe ich manchmal die alte Sprache, also sehr alte Begriffe, die wirklich heute kaum noch jemand verstehen würde, ersetzt.

War das Projekt denn eine besondere Herausforderung?

Fritz Eigentlich nicht. Erfahrung mit Dicks respektive Dicks-Stücken habe ich in der Vergangenheit bereits reichlich gesammelt. In „GeDicks“ übernehmen Danielle Wenner und ich nun den gesanglichen Part, derweil die anderen drei Akteure Pierre Bodry, Gérard Heinen und Luc Lamesch - er springt für Marcel Hamilius ein, der aus gesundheitlichen Gründen leider ausfällt - die Texte vortragen, demnach den historischen Teil übernehmen, wenn man so will. An sich ist es fast wie eine Lesung mit Musik und Gesang. Wenn man jedoch Gedichte häufig liest und sie oft geprobt hat, so bringt man doch eine gewisse eigene Interpretation mit rein. Dadurch wird das Erzählerische dann auch ein bisschen lebendiger. Wenn Schauspieler etwas vortragen, ist das sowieso immer etwas anders, als wenn irgendjemand aus einem Buch vorliest. Wir sind übrigens sehr froh, dass sich das Merscher Literaturhaus für das Programm interessiert und wir dort Premiere feiern können. Darauf sind wir sehr stolz. Danach gehen wir dann auf Tournee. „GeDicks“ eignet sich gut für kleinere Säle, deshalb haben wir die Gemeinden angeschrieben. Für unsere Theaterproduktionen wenden wir uns natürlich immer vornehmlich an die Theaterhäuser. Das habe ich übrigens gerade für unser nächstes Stück „Den Théid gëtt al“ von Raoul Biltgen getan, das wir im Herbst spielen.

Können Sie dazu schon ein bisschen mehr verraten?

Fritz So viel kann ich dazu noch nicht sagen, weil es noch nicht geschrieben ist (lacht). Jedenfalls geht es um einen älteren Herrn, der auf einmal aufhört zu reden, womit dann die Probleme anfangen.


Infos zu allen „GeDicks“-Vorstellungen unter www.dentheater.lu