ROSPORT
CORDELIA CHATON

Mineralwasserunternehmen Rosport präsentiert Zahlen und Strategie

Luxemburgs älteste Wassermarke Rosport kann sich freuen: Das Geschäft sprudelt regelrecht, wie Direktor Max Weber und Verwaltungsrat Robert Gloden gestern während einer Pressekonferenz in der Handelskammer versicherten. Die 1955 von Dr. Michel Lucius im gleichnamigen Ort an der Sauer entdeckte Quelle, die seit 1959 abfüllt, feierte also ihr 60. Jubiläumsjahr mit guten Zahlen und einem hohen Bekanntheitsgrad.

Laut einer TNS Ilres-Studie von Juni 2019 kennen fast 80 Prozent der Luxemburger die Marke „Viva“, die für stilles Wasser steht, und über 58 Prozent das kohlensäurehaltige Rosport Blue. Daneben vertreibt das kleine Luxemburger Unternehmen noch das sehr kohlensäurehaltige Rosport Classic sowie Apfelschorle und, seit vergangenem Jahr, drei Sorten aromatisierten Mineralwassers. „2020 werden noch viele Innovationen dazu kommen“, versichert Weber. „Wir bringen in diesem Jahr zahlreiche neue Produkte.“ Insgesamt verkauft Rosport rund 23,5 Millionen Liter Getränke pro Jahr. An der Sauer hat das Unternehmen mit 28 Mitarbeitern 2019 rund 35 Millionen Flaschen abgefüllt.

Konsequenter Umweltschutz

Der Marktanteil mit 29,16 Prozent aller Bereiche sowie 42 Prozent im Horesca kann sich laut dem Unternehmen sehen lassen und ist stetig gestiegen, wozu auch immer heißere Sommer beitragen. 1985 verkaufte Rosport mit drei Marken rund 10,5 Millionen Flaschen. 2019 stieg die Zahl um mehr als das Dreifache auf 33,8 Millionen Flaschen - ein enormes Wachstum. Heute verfügt Rosport über zwei Referenzen. Das stille Wasser Viva ist seit 2003 auf dem Markt und legte bis 2019 um 423 Prozent zu. „Heute macht es 58 Prozent des Wasser-Verkaufs aus“, sagt Weber. Fast 80 Prozent der Luxemburger bevorzugen stilles Wasser. Weber unterstreicht: „Wir exportieren nicht.“ Was zunächst merkwürdig anmutet, erklärt sich mit der Strategie des Unternehmens, sowohl Glas- als auch Plastikflaschen wieder zurückzunehmen und komplett zu recyceln. „Nur so sind die Kreisläufe geschlossen“, unterstreicht der Direktor. Einen Hinweis auf die im Vergleich gigantisch große Konkurrenz - Nestlé beispielsweise hat 290.000 Mitarbeiter und 48 Wassermarken - die Glasflaschen von Italien bis Luxemburg und zurück fährt, kann er sich schwerlich verkneifen.

Bis zum Jahresende will Rosport alle PET-Flaschen aus zu hundert Prozent recycelten Flaschen herstellen, wie das „Journal“ bereits zu Wochenanfang berichtete. Bei Rosport verzeichnen die Verantwortlichen ein zunehmendes Umweltbewusstsein der Kunden, die vermehrt auf Glasflaschen umsteigen, 54 Prozent sind es mittlerweile. „Eine Glasflasche ist bis zu 50 Mal nutzbar. Unsere Glasflaschen bestehen zu 60 Prozent aus recyceltem Glas“, unterstreicht Weber.

Auch der Trend hin zu lokalen und traditionellen Marken spielt Rosport in die Hände. Deshalb reagiert der Rosport-Direktor auch sehr gelassen und fast freundschaftlich auf die Ankündigung der Brauerei Bofferding, die kommende Woche ihre Wassermarke „Lodyss“ vorstellen will. Die wahre Konkurrenz besteht für das Unternehmen an der Sauer aus internationalen Multis, die weitaus weniger Energie in den Umweltschutz und geschlossene Kreisläufe stecken als das Luxemburger Unternehmen. Doch das ist vielen Kunden nicht bewusst. Einige dieser Marken werden übrigens von der Bofferding-Tochter Munhowen importiert.

Weber unterstreicht, dass in Luxemburg regelmäßig Bohrungen stattfinden, denn viele Gemeinden wollen sich für die Zukunft rüsten. Angesichts eines massiven Wachstums und bereits vorhergesagter Wasserknappheit wollen sie vorsorgen. Bis eine Quelle jedoch nutzbar ist, vergehen rund zwei Jahr mit Tests und Analysen, berichtet Weber. In Luxemburg wohnen viele Menschen, die aus dem Ausland herziehen und die Marke mit dem Pferd im Logo nicht kennen. Mit dem Logo hat es übrigens seine eigene Bewandtnis.

„Es gibt Berichte aus Zeiten, in denen die Menschen die Sauer bei Rosport nur per Pferd überqueren konnten, denn damals gab es keine Brücke und die Leute konnten nicht schwimmen. Daran haben die Gründer des Unternehmens sich erinnert, als sie das Logo schufen“, erzählt Weber.

Er will neue Kunden auf neuen Wegen für Rosport begeistern. Das Unternehmen, das in der Hand von rund 15 Luxemburger Industriellenfamilien ist, stellt sich gerade für die Zukunft neu auf. So ist die Internetseite jetzt offener für einen Austausch und lebt von fast 30 Gastautoren, die dort veröffentlichen.