TRIER
MARKUS STÖLB

„QuattroPole-Graffiti-Jam“ in Trier lockte über Grenzen hinweg

Laurent Steinmayer ist ein „alter Hase“ in der Szene. Der 43-Jährige, der aus der Pariser Banlieue stammt und vor einem Vierteljahrhundert nach Trier zog, hat schon ungezählte Wandflächen in der Großregion verwandelt. Auch beim „QuattroPole-Graffiti-Jam“ ist er wieder mit von der Partie und fungiert auch als Übersetzer; und natürlich lässt Steinmayer seiner Kreativität wieder freien Lauf.

„Jeder bringt seine Art von Graffiti mit“, erklärt er im Gespräch mit dem „Journal“, „jeder hat seine Handschrift“. Die Luft ist geschwängert von den Ausdünstungen der Spraydosen, dazwischen Künstler aus den QuattroPole-Städten Trier, Metz, Saarbrücken und Luxemburg. Zwei Tage gestalteten sie die in der großregionalen Skaterszene beliebte Halle „Zuppermarket“ im Westen Triers um. So entstand unter anderem eine gemeinschaftlich verwandelte Konzeptwand, „urbane Energie“ lautete das Motto.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Das sei es dann aber schon an Vorgaben gewesen, erklärt Veranstalter Axel Reichertz, der Graffiti-Kreativität seien keinen Grenzen gesetzt worden. Ein Freiraum, den auch viele Anfänger bei ihren ersten Sprühversuchen als Graffiti-Sprayer nutzen. Er habe in den vergangenen Jahren festgestellt, dass Graffiti als eigenständige Kunstgattung immer stärker anerkannt wird, so Steinmayer.

Der „Graffiti-Jam“ in Trier bildet den Auftakt einer Veranstaltungsreihe für Jugendliche, die QuattroPole noch bis Juni organisieren wird. Das Städtenetz lädt die jungen Bewohner zu zahlreichen Workshops in den Bereichen Tanz, Beatbox und Poetry Slam sowie zu einem Streetball-Turnier ein, das an mehreren Terminen im April und Mai stattfindet. Das große Finale der Veranstaltungsreihe soll das Festival „Place à la Rue“ („Ab auf die Straße“) bilden, das am Wochenende vom 8. und 9. Juni im Parc de la Seille in Metz stattfinden wird.