LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Die neue luxemburgische Koproduktion „Disparue en hiver“ läuft im Kino

Christophe Lamotte hat ein paar Fernsehproduktionen realisiert, wie unter anderem die Kinofilme „Possible Amour“ und „Nord-Paradis“, die jedoch keine großen Erfolge waren.

Mit „Disparue en hiver“ verarbeitet er nicht nur eine wahre Begebenheit, sondern hat auch die Möglichkeit mit einem französischen Superstar zu drehen, nämlich Kad Merad, der für einmal keinen lustigen Gesellen aus dem Lande der Ch’tis spielt, sondern einen todernsten Ex-Polizisten.

Laura ist weg

Daniel (Merad) war früher Polizist und arbeitet nun als Geldeintreiber. Seine Ehe mit Christine (Géraldine Pailhas), einer Krankenschwester, ist am Ende. Vor einem Restaurant spricht ihn die junge Laura (Lola Créton) an, er nimmt sie in seinem Auto mit. Als sie ihm für Geld Sex bieten will, schmeißt er sie kurzerhand aus dem Wagen. Als er zwei Tage später beruflich eine ältere Frau (Marie-Paule von Roesgen) besucht, erzählt die ihm, dass ihre Enkelin nicht nach Hause gekommen sei. Auf einem Foto erkennt er seine Mitfahrerin wieder.

Er sagt der alten Frau allerdings nichts von dieser Begegnung, verspricht ihr, sich aber mal umzuhören. Richard (Francis Renaud), ein ihm aus seiner Vergangenheit bekannter Polizist, kann ihm nicht weiterhelfen, und so beginnt er mit seiner eigenen Untersuchung. Er findet in Lauras Zimmer Aufnahmen von Gesprächen, später ihr Notizbuch. Ihn führen diverse Spuren zum Fotografen David (Pierre Perrier) und zu seinem Chef Esteban (Jérôme Varanfrain). Jedoch weiß niemand etwas über Lauras Verbleiben.

Spannend

Dass Kad Merad auch ernste Rollen spielen kann, hat er zum Beispiel in „Les choristes“ bewiesen. In dieser neuen französisch-belgisch-luxemburgischen Koproduktion, die auf luxemburgischer Seite von Nicolas Steil (Iris Productions) mitfinanziert wurde, mimt er einen von seinem Leben enttäuschten Mann, der aus unbekannten Gründen seine Karriere als Polizist aufgab.

Der frühe Tod seiner Tochter war möglicherweise ein Grund, sicher aber die Ursache für das Scheitern seiner Ehe mit Christine. Mit dem Verschwinden von Laura hat er eine neue Aufgabe gefunden, bei der er sich auf seine alten Qualitäten besinnen kann.

Regisseur Lamotte baut eine spannende Geschichte auf, legt Spuren, die im Nichts enden, oder an Daniels Integrität zweifeln lassen, wie unter anderem dessen Tagträume. Lamotte hätte bei seinem Spurenspiel einige Szenen weg lassen können, andere wiederum besser erklären müssen.

Ein weiteres wichtiges Element, das zur Spannung beiträgt, ist die Musik von André Dziezuk, die stets die richtigen Töne trifft. Bekannte heimische Gesichter in diesem sehenswerten Thriller sind unter anderem Véronique Fauconnet, Gintare Parulyte, Valérie Bodson, Sophie Langevin, Franck Sasonoff und Patrick Hastert.


Lesen Sie auf Seite 32 einen Bericht zur Vorpremiere
von „Disparue en hiver“