LUXEMBURG
SVEN WOHL

Analysen bringen neue Erkenntnisse über Drogenkonsum in Luxemburg

Anhand des Abwassers lässt sich ablesen, welche Drogen konsumiert werden. Somit lassen sich die Trends des Drogenkonsums mit Leichtigkeit ablesen. Das „Laboratoire national de santé“ (LNS) und das „Luxembourg Institute of Science and Technology“ (LIST) haben eine Analyse des Abwassers in einer Kläranlage in Petingen durchgeführt. Das Resultat: Vor allem beim Kokain liegt Luxemburg auf einem hohen Wert, der vergleichbar mit Städten wie Basel und Genf ist. Auch bei Ecstasy liegt das Großherzogtum über dem Medianwert Europas und befindet sich auf einer Höhe mit Genf, Basel und Porto. Bei Amphetamin und Methamphetamin liegt das Großherzogtum dagegen unter den europäischen Durchschnittswerten. Cannabis und Heroin wurden ebenfalls in den Proben nachgewiesen. Laut Angaben der Forschungsinstitute seien die Abbauraten hier jedoch zu hoch, um zuverlässige Schlüsse auf den Gesamtkonsum zuzulassen.

Risiken einschätzbar machen

Doch wieso lässt sich anhand des Abwassers der Drogenkonsum ablesen? Die Mittel werden über das Urin ausgeschieden und gelangen über diesen Weg in die Kanalisation. Im europäischen Ausland werden solche Studien in ähnlicher Weise durchgeführt. So wurden in 70 Städten vergleichbare Daten gesammelt. Einen Überblick des Drogenkonsums zu erhalten, macht zudem Sinn: Damit lassen sich gesundheitliche und sozio-ökonomische Risiken des Marktes einschätzen und angehen. Dadurch erklärt sich auch die Finanzierung durch den „Fonds de lutte contre certaines formes de la criminalité“. Während die meisten Daten sich im Bereich des Erwarteten befanden, wartete die Auswertung mit einer Überraschung auf: Der Nachweis von Crystal Meth (Metham-phetamin). Denn diese Droge wird in Luxemburg nur sehr selten beschlagnahmt.

Weitere Analysen folgen

Nach diesen ersten Einsichten, die sich durch die Untersuchung ergeben haben, möchten die Teams der beiden Forschungsinstitute weitere Analysen folgen lassen. Die Untersuchungen sollen in Zukunft auf mehrere Kläranlagen ausgeweitet werden. Auch sei die punktuelle Erfassung des Freizeitkonsums bei Festivals möglich. Die aktuellen Ergebnisse seien derweil mit Vorsicht zu genießen: Die Daten gäben keinen Aufschluss über die Qualität der konsumierten Drogen oder der Anzahl der Drogenkonsumenten im Raum Petingen.