SIMONE BECK

Das UNESCO-Welterbekomitee entscheidet bis zum morgigen Mittwoch über die Aufnahme 35 neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste. Luxemburg konzentriert sich momentan auf die Naturprogramme der UNESCO.

„Am 17. Dezember 1994 wurde die Altstadt von Luxemburg mit den beeindruckenden Überresten der Festung auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Von 700 Bewerbungen wurden damals bei der Welterbekonferenz in Thailand 15 zurückbehalten. Groß war die Freude über diese Ehre auch, weil sie knapp drei Wochen vor Beginn des ersten Luxemburger Kulturjahres erfolgte. Die Begründung der UNESCO lautete im Originaltext: ‚Les vieux quartiers et les fortifications de la Ville de Luxembourg montrent, dans un environnement naturel saisissant, des vestiges impressionnants de l’ancienne cité. Luxembourg, dont la fondation date de 963, a joué un rôle important dans l’histoire européenne des siècles durant‘. 

Damit Gebäude, Stadtviertel oder ganze Städte als Weltkulturerbe anerkannt werden, müssen sie von einer solchen Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität sein, dass sie für würdig befunden werden, zum kulturellen Erbe der gesamten Menschheit zu gehören. Der Titel ‚Weltkulturerbe‘ ist natürlich eine herausragende Ehre, aber er beinhaltet auch Verpflichtungen. Die Stätten müssen erforscht, unterhalten und gepflegt werden. Pädagogische, wissenschaftliche und kulturelle Aktivitäten sensibilisieren die Menschen, die im Bereich einer Weltkulturerbestätte wohnen oder die Touristen, die sie besuchen. Der Titel an sich ist zweifellos ein Magnet für den Tourismus, trägt aber auch zur Bewusstseinsbildung der Einwohner bei. 

Die Luxemburger UNESCO-Kommission ist dabei, zusammen mit den verantwortlichen Stellen der Regierung und der Stadt Luxemburg, aber auch mit Privatinitiativen, thematische Spazier- und Radwege durch das Gebiet der Stadt anzulegen, das zum Weltkulturerbe gehört. Dadurch sollen Bewohner und Besucher für die Struktur der Festung und das Leben innerhalb ihrer Mauern sensibilisiert werden. 

Bis jetzt ist Luxemburg auf den drei kulturell ausgerichteten Programmen der UNESCO vertreten: auf der Liste des Weltkulturerbes mit den alten Vierteln und den Befestigungen der Stadt Luxemburg, mit der Fotoausstellung ‚Family of Man‘ in dem Programm ‚Memory of the World‘, das sich mit dem dokumentarischen Welterbe befasst, und mit der Echternacher Springprozession auf dem Register des immateriellen Kulturerbes. Die UNESCO-Kommission ist jederzeit bereit, zusammen mit Fachleuten etwaige neue Anträge zu prüfen und bei der Ausarbeitung einer Kandidatur - ein sehr komplexer und arbeitsintensiver Vorgang - behilflich zu sein. 

Im Moment liegt allerdings der Schwerpunkt unserer Arbeit eher bei den Naturprogrammen der UNESCO, wie zum Beispiel der Geoparks oder der Biosphärenreservate. Diese Programme legen großes Gewicht auf Umwelt, Nachhaltigkeit, ökologischen Tourismus und Bewusstseinsbildung im Hinblick auf die Agenda 2030 der UNO.“