LUXEMBURG
YANNICK LIENERS

Yannick Lieners ist vielen aus dem Spitzensport bekannt. Aber der Triathlet kämpft auch auf einer anderen Ebene, nämlich gegen Leukämie, von der er selbst betroffen ist. Worum es bei seinem „Plooschter Projet“ genau geht.

„Als ich 2014 Diagnose chronisch myeolische Leukämie bekam, war das ein völliger Schock. Für mich war undenkbar, dass ich etwa mit meiner Sportlerkarriere aufhören müsste. Es hat mich viel Energie gekostet, das zu überwinden und mich auf die notwendige Therapie einzustellen. Zunächst musste ich einen Monat in die Chemotherapie und dann vier Jahre lang zu bestimmten Zeitpunkten am Tag Tabletten schlucken. 2018 war ein besonders schwieriges Jahr. Der Krebs schien gestoppt. Allerdings zeigt sich erst Monate nach der Therapie, ob das auch tatsächlich der Fall ist. Die Rückfallrate liegt bei 50 Prozent. Leider trat bei mir ein Rückfall ein, und ich befinde mich nun in einer neuen Therapie, die bis 2022 dauert und meinen Alltag schon gehörig beeinträchtigt.

Ich weiß, dass es vielen Menschen mit Blutkrebs viel schlechter geht als mir. Um ihnen zu helfen, habe ich 2014 das ‚Plooschter Projet‘ ins Leben gerufen. Ziel ist es nicht nur, Gelder für die Forschung zu sammeln, sondern auch so viele Menschen wie möglich dazu zu bewegen, Stammzellen zu spenden. Viele Patienten brauchen solche Zellen, da ihr Organismus von alleine keine normale Blutbildung mehr schafft.

Nur muss der Organismus die Spenderzellen auch akzeptieren. Deshalb ist es wichtig, dass so viele Menschen wie möglich den Stammzellentest machen und sich in das weltweite Spenderregister eintragen. Denn das erhöht die Chance, einem kranken Mitmenschen das Leben zu retten. Auch Organ- und Blutspender sind in diesem Sinne wichtig.

So ist das ‚Plooschter Projet‘, bei dem mittlerweile 30 Ehrenamtliche und 30 Krankenpfleger helfen, die Tests durchzuführen, unablässig unterwegs, um die Bürger für Leukämie zu sensibilisieren. Vergangene Woche etwa konnten wir im Lallinger Lyzeum 240 neue potenzielle Stammzellenspender zur Registrierung bewegen. Wir haben für diesen Monat auch noch eine Reihe von weiteren Events geplant. Allerdings sind sie wegen der Coronavirus-Krise noch in der Schwebe.

Wir würden uns auf jeden Fall freuen, bei diesen Veranstaltungen so viele Menschen wie möglich begrüßen zu dürfen. Wer Interesse hat, kann sich aber auch direkt mit uns in Verbindung setzen und sich auf www.plooschterprojet.lu anschauen, was wir machen. Mein Dank im Voraus geht an jeden, der sich dafür engagiert, kranken Mitmenschen zu helfen. Denn auch die kleinste Geste kann Leben retten.“