LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Stylianos Schicho stellt bis Mitte März in der Galerie Clairefontaine aus

Wie ein roter Faden zieht sich das Thema „Überwachung“ durch die meist überdimensionalen Bilder des Österreichers Stylianos Schicho. Vor einigen Tagen kam er mit frischen Werken aus Wien nach Luxemburg für seine neue Expo „In the Mean/Time“, für die er speziell in den letzten zwei Monaten noch ein paar Werke angefertigt hat. Das Thema sei noch immer aktuell, bemerkt er beim Rundgang durch die Ausstellungsräume des Espace 2 der Galerie Clairefontaine. Bereits in seinen vor zwei Jahren in Ettelbrück und Luxemburg-Stadt gezeigten Arbeiten nahm sich Schicho den Sujets „Beobachtung“ und „Selbstbeobachtung“ an. In Zeiten von internationalen Überwachungsskandalen dürfte dem Künstler die Inspiration für neue Arbeiten nicht ausgehen.

Transparente Tablets

Auf den Bildern tauchen neuerdings die technischen Dauerbegleiter auf, mit denen wir eine Symbiose eingehen: Smartphones oder Tablet-PCs. Er habe das Gefühl, dass diese Geräte Verlängerungen unserer eigenen Körper seien, reflektiert der Österreicher über den Stellenwert der smarten elektronischen Gefährten. Die Bilderfluten machen nicht mehr vor der eigenen Hosentasche halt, die Geheimdienste allerdings auch nicht.

Die Darstellung einer jungen Frau, die ihr Gesicht hinter einem dünnen, transparenten Tablet verbirgt spricht Bände: Der schnelle Zugriff auf Daten an jedem Ort der Welt macht den Menschen zu einer Angriffsfläche für emsige Datensammler, die über den Rechner oder das Telefon in die digitale Intimsphäre eindringen können . Der transparente Bürger ist schon lange keine Science Fiction mehr, Stylianos Schichos technisch einwandfreien Arbeiten fordern den Betrachter auf, über die Autonomie von Überwachungstechnologien zu reflektieren, zu fragen, wer den gesamten Überwachungsapparat überhaupt steuert. Einige Werke weisen gar Ähnlichkeiten zu den Smartphone- Selbstbildnissen auf - den Selfies.

Neben den Technik-Gadgets tauchen auf den aktuellen Arbeiten verfremdete Porträts auf, Kreuzungen zwischen Mensch und Tier. Es handele sich um Reaktionen auf seine Selbstporträts, die er früher nur zu Studienzwecken angefertigt habe, erklärt Stylianos Schichos. Aber vielleicht ist es auch eine Rückkehr zurück zur Natur, eine Flucht aus der transparenten Überwachungsgesellschaft.


„In the Mean/Time“ von Stylianos Schicho bis zum 15. März im Espace 2 der Galerie Clairefontaine - www.galerie-clairefontaine.lu; www.stylianosschicho.com