LUXEMBURG
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Im 50. Jubiläumsjahr plagen „Mouvement Ecologique“ auch finanzielle Zukunftssorgen

Ein wenig Enttäuschung schwang schon mit in der Rede von „Mouvement Ecologique“-Präsidentin Blanche Weber beim Nationalkongress der Bewegung am Samstag im „Oekozenter“ in Pfaffental. Der Frust, dass auch nach einem halben Jahrhundert Engagement für die Umwelt - der „Mouvéco“ wurde im Dezember 1968 gegründet - das erforderliche Umdenken für die Rettung des Planeten noch immer nicht genügend ausgeprägt ist. „Wenn wir nicht bereits sind, für ein anderes Gesellschafts- und Wirtschaftsmodell einzustehen, für einen regelrechten Systemwechsel, dann gewinnen wir punktuell, aber nicht grundsätzlich“, bedauerte Weber. Es bleibe demnach noch viel Arbeit für die Umweltgewerkschaft, unterstrich die kämpferische Präsidentin, eine Arbeit, die allerdings bedeutende Ressourcen verschlinge. „Viele schätzen unser Fachwissen, aber die Dossiers werden komplexer. Unsere Mitglieder wollen mehr Präsenz vor Ort, aber unsere Personaldecke ist dünn“, berichtete Weber. Die Mitglieder unbedingt Gedanken machen, wie die „Mouvement“ eine „starke und lebendige Organisation“ bleiben könne, wenn es derzeit nur die Reserven erlauben, das finanzielle Gleichgewicht zu halten.

„Langer Atem“ benötigt

Auf jeden Fall brauche man „einen langen Atem“ um Ideen durchzusetzen. Blanche Weber erinnerte in diesem Zusammenhang an die Tram, welche die Organisation quasi seit ihrer Gründung fordert. Oder die Naturparks als regionales Entwicklungsinstrument, die zunächst belächelt wurden, genauso wie die frühen Bemühungen der NGO für eine nachhaltige Energiewende.

Die Bewegung kämpft auch seit Jahrzehnten für ein anderes Wirtschaftsmodell. „Unsere Überzeugung ist, dass kontinuierliches Wachstum und Wohlstand vom Grundsatz her immer mehr im Widerspruch zueinander stehen“, erklärte Blanche Weber, „ich kann niemandem erklären, dass im Stau stehen oder wegen dem zu großen Druck auf dem Wohnungsmarkt keine Wohnung zu finden, Wohlstand ist. Ich kann niemandem erklären, dass der dramatische Verlust unserer Biodiversität in der Landschaft Wohlstand ist. Oder dass das Anhäufen materieller Güter Wohlstand ist“. Statt eine Verzichtdiskussion möchte die „Mouvéco“ eine über die Gewinne eines anderen Wachstumsmodells. Die NGO wünscht sich deshalb, dass mal Studien über die Auswirkung des derzeitigen Wachstums angefertigt werden.

Im Wahljahr wird „Mouvéco“ den Parteien unter anderem dazu auf den Zahn fühlen. Diesmal soll ihnen allerdings kein Fragenkatalog zugehen, sondern analysiert werden, wie sich die Wahlprogramme mit den Forderungen der Umweltgewerkschaft decken. Diese sind zum Teil bereits auf der Webseite www.meco.lu einsehbar.