PARIS
MM/DPA

Die US-Fördermenge von Rohöl wird 2018 „explosionsartig“ steigen, so die IEA

Wegen des jüngsten Höhenflugs der Ölpreise erwarten immer mehr Experten einen starken Anstieg der Fördermenge in den USA. Laut Expertenschätzungen wird die Förderung in den USA im Februar ein Niveau von zehn Millionen Barrel erreichen. Laut dem gestern veröffentlichten Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) rechnen Experten des Interessenverbands der führenden Industriestaaten gar mit einem „explosionsartigen“ Wachstum der US-amerikanischen Ölproduktion in diesem Jahr, in Kanada und Brasilien erwarte man einen substanziellen Anstieg der Förderung, welche die wahrscheinlich starken Rückgänge in Mexiko und Venezuela mehr als ausgleichen würden. Zuletzt war die Fördermenge in den USA nach Angaben der Regierung in Washington auf fast zehn Millionen Barrel pro Tag gestiegen und liegt nur knapp unter einem Rekordhoch. Je stärker der Ölpreis auf dem Weltmarkt steigt, desto eher rentiert sich die vergleichsweise teure Förderung von Schieferöl mit der umstrittenen Fracking-Methode. In den USA wird die Fracking-Methode vergleichsweise häufig angewendet.

Konkret geht die IEA davon aus, dass das Wachstum der Fördermenge von Rohöl außerhalb der Länder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) in diesem Jahr bei durchschnittlich 1,7 Millionen Barrel pro Tag liegen dürfte. Im Vergleich zum vorangegangenen Monatsbericht hat die IEA ihre Prognose damit um 100.000 Barrel nach oben geschraubt.

Am Donnerstag war im Monatsbericht der OPEC ein vergleichbares Szenario prognostiziert worden. Außerdem hatten auch Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs vor einem starken Anstieg der US-Fördermenge gewarnt.

Kürzung und Steigerung halten sich die Waage

Im Verlauf der Woche hatte der US-Ölpreis bei 64,89 Dollar je Barrel und der Brent-Preis bei 70,37 Dollar je Barrel jeweils den höchsten Stand seit etwa drei Jahren erreicht. Vor allem die jüngste Kursschwäche des US-Dollar sorgte für Auftrieb. Außerdem hatte eine Förderbegrenzung von OPEC-Ländern und anderen wichtigen Förderstaaten wie Russland die Ölpreise tendenziell steigen lassen. Die USA haben indessen ihren Export stark gesteigert und damit einen Teil der Reduktion der OPEC-Kürzungen ausgeglichen.

Insgesamt ist laut IEA in diesem Jahr außerhalb der OPEC mit einem Anstieg der Förderung um 1,7 Millionen Barrel pro Tag zu rechnen, während die Förderkürzungen der OPEC insgesamt 1,3 Millionen Barrel/Tag umfassen und zusammen mit Russland etwa 1,8 Millionen Barrel erreicht. „Wenn die OPEC und ihre Unterstützer die Kürzungen beibehalten, bleibt der Markt ausgeglichen“, schrieb die IEA gestern dazu.