SENNINGERBERG
CORDELIA CHATON

„Luxembourg Private Equity & Venture Capital Association“ (LPEA) feiert zehn Jahre

Finanzminister Pierre Gramegna gratulierte herzlich am gestrigen Abend. Grund zu Feiern gab es genug - und Prominenz aus dem Finanzsektor auch. Es hatte schon seinen Grund, dass die Geburtstagsparty im Golf-Club Grand-Ducal in Senningerberg stattfand, dem ältesten und feinsten in Luxemburg. Die „Luxembourg Private Equity & Venture Capital Association“ (LPEA) feierte dort gestern ihr zehnjähriges Bestehen mit 250 Gästen.

Anders als einige andere Vereine verzeichnet die LPEA einen starken Zuwachs von Mitgliedern, darunter vor allem Fonds- und Investmentmanager. Ein Grund dafür sind die zahlreichen Family Offices und auch der Brexit.

2010 gegründet

Die LPEA war 2010 von rund 20 Menschen gegründet worden, die ihr Geld in Unternehmen investieren wollten, die nicht börsennotiert sind. Davon gibt es offenbar eine Menge. Allein in den vergangenen zwölf Monaten erlebte die LPEA einen Zuwachs von 30 Prozent auf 260 Mitglieder.

Dieses Wachstum untermauert, dass Luxemburg, nach den USA immerhin größter Fondsstandort der Welt, noch mehr Anziehungskraft auf verschiedene Arten von Investoren ausübt, darunter PE-Fonds, aber auch Family Offices, private Holdings und Privatbanken, die ihren Kunden Private Equity und Venture Capital-Zugang bieten. Ganz allgemein spiegelt dieses Wachstum die Dynamik der Private-Equity- und Venture-Capital-Branche weltweit wider, die inzwischen ein verwaltetes Vermögen von mehr als fünf Billionen Dollar aufweist, wie LPEA-Präsidentin Rajaa Mekouar-Schneider hervorhebt, die selbst im Sektor arbeitet.

Die LPEA hat durch regelmäßige Konferenzen auf sich aufmerksam gemacht; insbesondere durch die Jahreskonferenz, die in der Philharmonie stattfindet und ein breites Programm mit zahlreichen Sprechern bietet. Der nächste Termin ist die „LPEA Insights Conference“ am 12. Mai. Erwartet werden rund 400 Teilnehmer. Dann geht es um Themen wie die Ergänzung und Erweiterung der Finanzanalyse- und Managementdisziplinen durch ESG-Due Diligence sowie betriebliche Effizienz und Umweltinnovation, um Unternehmen dabei zu unterstützen, saubere, produktivere Unternehmen zu gründen.

Nachhaltigkeit spielt in der Finanzwelt eine Rolle. Deshalb kaufte die LPEA symbolisch ein Kunstwerk des Luxemburger Künstlers Jhemp Bastin, der exklusiv mit Luxemburger Holz arbeitet und daraus abstrakte Figuren schafft. Seine Skulptur wurde im Rahmen der Feierstunde enthüllt.

Darüber hinaus sind auch Frauen ein Thema für die LPEA, die im vergangenen Jahr „Private Equity 4 women“, kurz „PE4W“, ins Leben rief, um eine Förder- und Austauschplattform für Frauen zu kreieren. Lokal schließt die LPEA immer mehr Partnerschaften, unter anderem mit der Sacred Heart University, Luxflag oder dem House of Start-ups. International ist die LPEA sehr aktiv und repräsentiert Luxemburg auf Fachkonferenzen in Spanien, Frankreich, Deutschland oder der Schweiz. Sie gibt ihr eigenes Magazin heraus und unterhält Kontakte zum Start-up-Sektor. Darüber hinaus unterstützt sie Mitgliedsunternehmen bei der Suche nach Talenten für den Sektor. Mit diesem Erfolg hätten die Gründer nicht gerechnet. Hans-Jürgen Schmitz, Managing Partner bei Mangrove Capital und einer der Gründer freute sich: „Wir hatten einen unglaublichen Erfolg. Das ist wie mein erstes Start-up.“