LUXEMBURG
LJ

Der Bauernhof in der Stadtmitte war ein voller Erfolg für Aussteller und Besucher

Große Zufriedenheit bei allen Beteiligten: Der ungewöhnliche Stadt-Bauernhof bot reichlich Gesprächstoff, sei es bei den Besuchern, die mit regem Interesse Kühe streicheln und füttern, Melkmaschinen begutachten und landwirtschaftliche Produkte probieren konnten, oder bei den Landwirten selbst, die sich einer regelrechten Flut an Fragen stellen durften. „Wir haben reichlich Interesse zu bekunden, die Menschen sind sehr neugierig“, erklärte einer der Obstbauern gestern.

Natur mit Mehrwert

Besonders gefragt waren demnach die Nutztiere. Viele Menschen hätten noch nie eine Kuh, Gans oder ein Schaf aus derart nächster Nähe sehen können, wie ein Bauer erklärt. „Sehr viele Mitbürger wissen leider gar nicht mehr so recht, wie ein Bauernhof funktioniert oder wo die Milch eigentlich herkommt“, meinte ein anderer Landwirt. „Aber dafür sind wir ja hier“, erklärte er mit Blick auf Projekte wie „Fro de Bauer“.

Ein absoluter Zugewinn für die Stadt Luxemburg, die nicht nur die perfekte Kulisse bot und vom Wetter verwöhnt wurde, sondern der Landwirtschaft auch noch die nötige Sichtbarkeit verlieh, wie mehrere Landwirte versicherten.

Zu kaufen gab es natürlich auch Einiges; neben regionalen Produkten und Obst und Gemüse gab es selbstverständlich auch reichlich zu essen, im Event-Zelt wurde sogar live gekocht und gebacken. Einige kleine Einblicke in das Handwerk gab es somit auch. Wer also nicht alle Hände voll damit zu tun hatte, die Chance zur Natur zum Anfassen voll auszukosten, kam auch hier voll auf seine Kosten.

Und so wurde reichlich gestreichelt, viel gelacht, gestaunt und gelernt. Allein am Samstag wollten die Organisatoren knapp 10.000 Besucher gezählt haben. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat“, meinte Landwirtschaftsminister Romain Schneider deshalb auf die hohe Beteiligung angesprochen. „Es zeigt, dass das Interesse auf jeden Fall groß ist und sich die Menschen durchaus für die Natur und den Bauernbetrieb begeistern können, auch wenn sie es nicht mehr unbedingt aus dem Alltag kennen.“ Entsprechend sollte der „Bauerenhaff an der Stad“ auch in Zukunft stattfinden.

Lëtzebuerger Journal
Mehr zum Programm

LEADER

Die „Liaison entre actions de développement de l’Economie Rurale“ (LEADER) ist eine Initiative der Europäischen Union, deren aktuelle Förderperiode 2014 begann und 2020 endet. Ideen von Menschen aus ländlicheren Regionen sollen hier gefördert werden. In Luxemburg existieren aktuell fünf LEADER-Regionen, sogenannte „Lokale Aktionsgruppen“ (LAG): „Éislek“, „Atert-Wark“, „Regioun Mëllerdall“,  „Miselerland“ und „Lëtzebuerg West“. 104 Organisationen aus dem Privatsektor, 63 Gemeinden sowie elf öffentliche Partner arbeiten hier zusammen. Laut dem Ministerium für Landwirtschaft und Weinbau wird hiermit eine Bevölkerung von 151.556 (2016) Menschen abgedeckt. Am Projekt „Fro de Bauer“ sind die LAGs „Éislek“, „Mëllerdall“ und „Lëtzebuerg West“ beteiligt.
Die Organisatoren

„Lëtzebuerger Landjugend a Jongbaueren a.s.b.l.“

Die Vereinigung „Lëtzebuerger Landjugend a Jongbaueren a.s.b.l.“ wurde im Juli 2005 gegründet. Sie setzt sich aus sieben lokalen Vereinigungen wie einer Nichtregierungsorganisation zusammen. Ihr Ziel ist es, Jugendliche im ruralen Bereich zu unterstützen. Dies soll sowohl auf professioneller, wie auch sozialer, kultureller und religiöser Basis erfolgen. Die Vereinigung organisiert nicht nur den „Bauerenhaff an der Stad“, sondern auch die Plattform „Fro de Bauer“.
Mehr zum Leader-Projekt

„Fro de Bauer“

Unter fro-de-bauer.lu kann man seine Fragen zur Landwirtschaft einreichen. Das Programm wurde im September vergangenen Jahres ausgebaut: Mittlerweile geht man mit den Informationen direkt in die Schule und spricht dort die Kinder des „Cycle 4“ an. Während drei Trimestern wird dann nicht nur auf pädagogische Art und Weise informiert, sondern man besucht auch einen landwirtschaftlichen Betrieb mit den Kindern. Auch wird ihnen ein Gefühl für saisonale und regionale Produkte vermittelt. 80 Klassen wurden für dieses Projekt angeschrieben, 39 haben die Einladung angenommen. Auch auf dem „Bauernhaff an der Stad“ traf man auf Schulklassen, die einen direkteren Kontakt mit der Landwirtschaft suchten.