LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Der neue Spielfilm von Christophe Wagner

Am Mittwoch lief in den luxemburgischen Kinos „Eng nei Zäit“ an, der neue Spielfilm von „Doudege Wénkel“-Regisseur Christophe Wagner. Das „Journal“ hatte die Gelegenheit, sich vor dem Filmstart mit einigen Mitgliedern des Filmteams zu reden.

Komponist André Dziezuk musste seine Filmmusik natürlich der Atmosphäre des Films anpassen. Da der Schluss des Streifens ein paar Mal umgeändert wurde, mussten auch die Musikstücke adaptiert werden. Der Gewinner des „Lëtzebuerger Filmpräis“ 2012 in der Kategorie „Beste künstlerische Leistung“ hofft, dass er eine CD mit seiner Filmmusik veröffentlichen kann, da er schon oft danach gefragt wurde.

Produzent Claude Waringo erklärt, dass der Film in zwei Teilen gedreht wurde. Der erste im August, beziehungsweise September vergangenen Jahres und der zweite Teil in diesem Winter. Die Aufnahmen der Weizenfelder entstanden bereits im Juni 2014, im Vorfeld des Drehs. Im Film sieht man ein verfallenes, verbranntes Haus, das in der Realität nur halb in Schutt und Asche lag.

Bühnenbildner André Fonsny ließ den einen Teil verbrannt aussehen, und der Rest war eine Sache der Spezialeffektabteilung. Jean-Paul Raths hat sich für seine Rolle des Gendarmen Hary bei Louis de Funès inspiriert. Auch wenn seine Rolle alles andere als lustig ist, bleibt Raths ein Fan von Gendarm Ludovic Cruchot, bei „dem man sich etwas abschauen kann“. Für ihn ist Luc Schiltz ein junger talentierter Schauspieler, mit dem man viel lachen kann.

Kein Western

Christophe Wagner ist ein Fan des amerikanischen Western. „Eng nei Zäit“ wollte er als eine Art Western konzipieren und verteilte vor dem Dreh DVDs von bekannten Filmen an seine Schauspieler, unter anderem John Fords „The Searchers“, die sie sich ansehen sollten. Das einzige, was in seinem Film an Hollywood erinnert, ist die stete Eleganz der Schauspieler.

So ist Jules (Luc Schiltz) immer gut gekleidet und seine Haare kleben am Kopf, ohne zu wehen. Bei Wagner sieht auch der Bauer auf dem Felde adrett aus, ohne Schmutz im Gesicht. „Das ist so gewollt!“, bemerkte der Regisseur. „Die Leute damals legten Wert auf ein gepflegtes Äußeres, waren gut gekleidet und frisiert.“ Er ist zudem überrascht über ausländische Filmverleiher, denen der Film gezeigt wurde, und die erstaunt waren über die ausgezeichneten Schauspieler, so als würde Luxemburg nicht auf der Landkarte des europäischen Films existieren.

André Jung als Hubertus prügelt ein Geständnis aus Glesener (Luc Feit) heraus. Ob die Beamten der „Sûreté“ und der Gendarmerie damals so brutal waren, weiß Jung nicht zu sagen. Annehmen könne man es aber, da ja auch heute Polizisten Schläge austeilten und dabei gefilmt würden, wie beispielsweise in den USA.

Trailer und mehr: www.engneizait.lu