LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Europawahlkampf seit gestern offiziell eingeläutet

Fair und sachlich soll er werden, der Europawahlkampf, der gestern, also drei Wochen vor dem Wahltermin vom 25. Mai, offiziell eingeläutet wurde, ganz so, wie das die fünf das Wahlkampfabkommen unterzeichnenden Parteien (CSV, DP, LSAP, déi gréng, adr) abgemacht hatten. Derweil die Paneele schon seit vergangenem Samstag offiziell beklebt werden durften, dürfen seit gestern auch die Wahlspots gesendet, die Wahlanzeigen geschaltet, die Wahlgadgets verteilt und die Wahlversammlungen organisiert werden.

Obergrenze von 65.000 Euro

Auch hatten sich CSV, DP, LSAP, „déi gréng“ und adr in ihrem Wahlkampfabkommen auf eine Wahlkampfkostenbegrenzung von 65.000 Euro pro Partei für die bezahlte Werbung in den Medien geeinigt; bei den Parlamentswahlen lag dieser Betrag bei 75.000 Euro.

Auch sollen landesweit nicht mehr als zwei Wahlkampfbroschüren verteilt werden, derweil sich die großen Werbeflächen auf maximal 100 und die so genannten „Sandwich“-Plakate auf maximal 200 beschränken sollen. Auf die Werbung auf Straßenlaternen, Bussen und Busunterständen soll laut Abkommen verzichtet werden, derweil es als Wahlkampfgeschenk lediglich einen Kugelschreiber und ein weiteres Gadget geben soll; die Jugendorganisationen der Parteien können aber zusätzliche Gadgets verteilen. Die „déi Lénk“, die „Piratepartei“, die KPL und die Colombera-Partei PID („Partei fir Integral Demokratie“) haben das Abkommen nicht unterzeichnet.

CSV: Lieber einmal zu viel alseinmal zu wenig

U m sicherzugehen, dass auch wirklich jeder potenzielle Wähler mitbekommt, dass sie auch diesmal wieder dabei ist, organisierte die CSV übrigens gestern, getreu dem Motto „Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig“, extra eine Pressekonferenz zum Start ihrer Wahlkampagne, nachdem sie ihr Wahlprogramm wie auch ihre Kandidaten bereits in der vergangenen Woche auf einer anderen Pressekonferenz vorgestellt hatte. In der für sie ungewohnten Rolle als Oppositionspartei und ohne Stimmenfängerin Astrid Lulling (die bekanntlich von der Parteispitze - unfreiwillig - aufs Altenteil geschickt wurde) muss die CSV diesmal um ihren dritten Sitz im Europaparlament bangen...

Wer indes alle 54 Europakandidaten auf einen Streich sehen will und auch noch ein leckeres Stück Europakuchen essen will, der kann das am nächsten Samstag bestimmt auf der hauptstädtischen Place Clairefontaine im Rahmen der „Fête de l‘Europe“ tun.

Speed-Dating

Ganz mutige dürften derweil dem 16. Mai entgegenfiebern, denn dann findet in den „Rives de Clausen“ (von 18.00 bis 20.00) ein „Speed-Dating“ mit zwei Kandidaten pro Partei statt. Klingt interessant...