TRIER/LUXEMBURG
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An der Mosel bereitet man sich auf das Hochwasser vor

Wegen steigender Pegelstände an Mosel und Saar bereiten sich Kommunen auf Hochwasser vor. Erste Straßen an der Mittelmosel waren gestern Nachmittag bereits überflutet und wurden gesperrt, wie die Polizei in Bernkastel-Kues mitteilte. In Saarbrücken wurde die Sperrung der Stadtautobahn vorbereitet. In Trier lag der Pegelstand gestern Mittag bereits bei mehr als 6,60 Metern - das sind gut drei Meter über dem mittleren Wasserstand, wie ein Sprecher des Hochwassermeldezentrums Rheinland-Pfalz in Mainz sagte. Laut Vorhersage sollten heute Morgen die acht Meter überschritten werden. Die Schifffahrt auf der Mosel wird ab 6,95 Metern am Pegel Trier eingestellt, dies erfolgte gestern. Der normale Pegelstand in Trier liegt bei etwa 3,25 Meter.

Grund für die steigenden Pegelstände sind vor allem starke Niederschläge und Schneeschmelze unter anderem in Frankreich in den Vogesen, wo die Mosel entspringt.

Seit gestern in Vorwarnbereitschaft

Auch die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) der „Administration de la gestion de l’eau“ in Luxemburg befindet sich seit gestern Nachmittag in Vorwarnbereitschaft. Es bestand die Gefahr von leichten Überschwemmungen, die zwar keine signifikanten Schäden verursachen würden, aber besondere Wachsamkeit bei saisonalen und/oder exponierten Aktivitäten erfordern würden.

An der Mosel wurden am Nachmittag tendenziell steigende Wasserstände gemessen: in Stadtbredimus 4,64 Meter und in Grevenmacher 4,73 Meter. Man ging davon aus, dass die Meldehöhe von 5,30 Metern in der Nacht auf Dienstag erreicht werde. Im Laufe des Tages soll dann auch die Voralarmstufe von 6,20 Metern erreicht werden. „Ein Maximum ist aktuell nicht vorhersehbar und abhängig von den kommenden Niederschlägen“, hieß es gestern. Nach trocknen Phasen am Nachmittag hatte der Regen aber gestern Abend bereits wieder eingesetzt.

Lage an der Alzette und Nebengewässern

Die hauptsächlich im Süden des Landes vorhergesagten Niederschläge während der Nacht könnten vor allem an der Alzette zu hoch ansteigenden Wasserständen führen, hieß es weiter. An allen Pegeln der Alzette werde die Meldestufe 1 (cote de pré-alerte) spätestens in den frühen Morgenstunden überschritten. Es sei nicht auszuschließen, dass im Laufe des Tages auch die Meldestufe 2 (cote d’alerte) erreicht werde. An den Nebengewässer der Alzette sowie an den Gewässern Ernz Noire, Ernz Blanche, Syre und Chiers seien schnell ansteigende und hohe Wasserstände wahrscheinlich. Im Norden des Landes seien die Wasserstände bereits erhöht, würden voraussichtlich aber nicht deutlich ansteigen.

An der Sauer wird die Meldestufe 1 an den Pegeln Diekirch (4,20 Meter) und Bollendorf (3,50 Meter) heute gegen Mittag voraussichtlich erreicht werden. Aufgrund der bereits gesättigten Böden seien rasche Anstiege an allen kleinen Gewässer auch bei kurzzeitigen Niederschlägen nicht auszuschließen.

Die „Administration de la gestion
de l’eau“ wird die meteorologische Situation und die Entwicklung der Pegelstände an den Gewässern überwachen und bei Änderung der Lage aktuelle Informationen bereitstellen.

Stündlich aktualisierte Pegelstände und Abschätzungen unter www.inondations.lu